Kühle Verführung

Kostbarer Diamant- & Rubin-Ring des Art Déco in Weißgold, um 1925

Der hier vorliegende Ring aus Weißgold, reich besetzt mit einem blutroten Rubin und großen, funkelnden Diamanten im alten Brillantschliff, ist zugleich verführerisch und kühl. Die Materialien, ja selbst der Rubin, leuchten in einem eisigen Licht. Elegant, reduziert auf grundlegende Formen, bar jeden überflüssigen Ornaments, hat der Goldschmied sich radikal von allem süßlichen Zierrat des 19. Jahrhunderts befreit – und in den Jahren um 1925 einen Ring geschaffen, der klar sein sollte, kühl, bezaubernd und vor allem: modern. Die breiten Rahmungen der großen Diamanten etwa sind glatt poliert, breiter als bei allem Schmuck zuvor, und ohne jedes Millegriffes-Dekor. Hierdurch wirken die großen Halbkaräter beinahe wie schwebend, ausgestellt und wie sorgfältig präsentierte Objekte, da ihre Kontur nicht untergeht in einem unklaren Drumherum aus Formen. Deutlich wird dies beim vergleich mit den kleineren Steinen, welche eher in der Fläche der Ringschultern abtauchen. Es ist erstaunlich, wie dramatisch der Ring mit vielen Traditionen der Schmuckgestaltung bricht – und wie viele Traditionen er zugleich doch beibehält. Die Grundform als Schiffchenring war seit der Jahrhundertwende Mode. Hier nun ist über die Gegenüberstellung der beiden Diamanten eine Folge von zwei kleineren Diamanten und dem Rubin in Richtung der Ringschiene hinübergelegt, sodass sich zwei Motive überschneiden. Das Toi-et-Moi der großen Diamanten gilt seit Alters her als Symbol zweier Liebender. Der Dreiklang der kleineren Steine wird in der Tradition der Schmuckgestaltung als zeitlicher Schritt von Gestern, Heute und Morgen gedeutet mit einer besonderen Bedeutung auf die Gegenwart, symbolisiert durch den Rubin in der Farbe der Liebe. Der ungewöhnliche Ring verbindet so eine romantische Symbolik mit einer modernen, kraftvollen, Formensprache: Für das doppelte Gesicht seiner Entstehungszeit, die Janusköpfigen Jahre zwischen den Kriegen, zerrissen zwischen Modernität und Romantik, Aufbruch und Tradition, gibt es daher wohl kein typischeres Beispiel.

„Der Schmuck war eine Zusammensetzung von Diamanten und Rubinen und sah so zart, rein und edel aus wie ein in Farben gesetztes mittelalterliches Kunstwerk. Ein wahrer Zauber lag um diese Innigkeit von Wasserglanz und Rosenröthe in die sinnigen Gestalten vertheilt, die nur aus den Gedanken unserer Vorfahren so genommen werden können.“ Adalbert Stifter: Der Nachsommer, 1857

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