Gemischtes Doppel

Kostbarer Toi-et-moi-Ring mit Saphir & Diamant in Gold, um 1920

Schmuckstücke, die sich auf zwei zentrale Elemente konzentrieren, seien es zwei Steine, feine Perlen oder andere Preziosen, erfreuten sich in der Zeit kurz nach 1900 einer großen Mode. Sie wurden als Symbol zweier Liebender verstanden: Verbunden und doch in Bewegung, zu einem Stück geworden doch als eigene Elemente zu erkennen: Sollte so nicht eine glückliche Beziehung sein? Der hier vorliegende Ring aus Gelbgold und Weißgold ist ein Schmuckstück aus dieser Tradition und setzt einen Diamanten und einen Saphir nebeneinander. In der Sprache der Juwelen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert ebenso verbreitet wie etwa die Sprache der Blumen, stand der blaue Saphir für die Treue, der Diamant aber für die Ewigkeit. So vermittelt der Ring auch durch seine Materialien eine romantische Botschaft Gehalten werden die Steine in luftigen Krappenfassungen, an die sich eine geschwungene, zarte Ringschiene anschließt. Ganz folgt der Entwurf dem Geschmack der Jahrhundertwende, als man sich vom schweren Ornament des 19. Jahrhunderts lösen und eine leichtere und beschwingtere Formensprache finden wollte. Die Materialien verraten jedoch, dass der Ring in den Jahren um 1920 entstanden sein muss: Die Schliffe der Diamanten sind bereits nah am modernen Vollschliff und die Verwendung von Weißgold ist erst nach dem ersten Weltkrieg belegt. Wir haben den Ring in Idar Oberstein von einem unabhängigen Labor untersuchen lassen, das die Qualitäten der Edelsteine bestätigt hat. Das Gutachten wird mit dem perfekt erhaltenen Ring mitgeliefert.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Entwicklung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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