Antiker Stein in neuem Kleid

Kostbarer vintage Ring mit antikem Diamant in Platin, um 2000

Hochwertiger Schmuck versucht einen Spagat. Er verbindet den Wunsch, kostbare Materialien zu bewahren mit dem Versuch, dennoch den schnell wechselnden Launen der Mode folgen zu können. Eine Folge davon ist, dass wertvolle Edelsteine aus alten, nicht mehr dem Geschmack entsprechenden Schmuckstücken oft in neue Schmuckstücke überführt werden. Dies lässt sich in allen Zeiten beobachten. In Schmuck der 1920er Jahre finden sich z.B. oft Diamanten, die schon im 19. Jahrhundert geschliffen wurden. Oder auch Farbsteine mit kunstvollen Gravuren, die noch weit früher in Indien beschnitzt wurden. Der hier vorliegende Ring, der erst in den letzten Jahren entstanden ist, trägt ebenfalls einen antiken Diamanten in seiner Mitte. Es ist ein Brillant im kissenförmigen Altschliff, ein sog. Old Mine Cut, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts geschliffen worden ist. Er hat ein sehr gutes Feuer und leuchtet in einem warmen Licht. Den Diamanten umgibt ein Band aus eingeschliffenen Rubinen. Die Edelsteine, von denen hier jeder einzelne eigens so in die Fassung eingeschliffen wurde, dass der Eindruck einer durchlaufenden Linie entsteht, setzen sich wunderbar gegen das Platin ihrer Fassung ab und zeigen unzählige kleine Facetten. Nach außen wie die Blätter einer Blüte schließt sodann ein Kranz aus weißen Brillanten an. Die Idee, einen Ring aus kalibrierten Edelsteinen zu bilden um einen zentralen Schmuckstein zu betonen, wurde schon um 1900 als „Halo-Effekt“ beschrieben, da er die Schmuckgestalter an Lichteffekte bei manchen Planeten am nächtlichen Sternenhimmel erinnerte. So ergibt sich eine harmonische und reiche Komposition mit eigenem Charme, die nicht zuletzt von den kontrastierenden Farben der kostbaren Edelsteine lebt. Wir haben den RIng in London entdeckt. Er ist sehr gut erhalten.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Entwicklung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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