Si tacuisses, philosophus mansisses

Lagenstein-Kamee des 19. Jahrhunderts in einem vintage Anhänger, um 1870/1970

Die griechische Philosophie steht an der Wiege der westlichen Zivilisation und wirkt bis heute fort. Seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert entwickelten die griechischen Denker Modelle der Welt, die jenseits der Mythologie rationale Erklärungsmuster anboten. Vor allem die Namen Sokrates, Platon und Aristoteles gelten bis heute als Inbegriff der Weisheit. Der vorliegende Anhänger präsentiert eine außergewöhnliche Gemme, die der antiken Philosophie huldigt. In detailreichem Schnitt zeigt der zweifarbige Achat den Kopf eines griechischen Philosophen, vermutlich des großen Sokrates. Wunderbar plastisch heben sich der lockige Bart und das oben haarlose Haupt weiß vor dem roten Hintergrund ab. Tiefe Stirnfalten verleihen dem Denker einen grübelnden Blick und ein Kranz aus Blattwerk krönt den Denkerfürsten. Die Gemme ist in den Jahren um 1870 geschnitten worden. Im 19. Jahrhundert galt die Antike als großes Vorbild und der Steinschnitt mit Motiven berühmter Persönlichkeiten oder mythologischer Figuren erlebte eine hohe Blüte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die antike Kamee mit einer Fassung aus Gelbgold als Anhänger tragbar gemacht. Das so entstandene Schmuckstück ist mit einer erneuerten Goldkette tragbar und es ist ein spannendes und vollkommen von Hand gearbeitetes Unikat, das die Bildung seiner Trägerin wortlos zu vermitteln weiß.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen, war über Jahrhunderte hinweg Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. als auch in den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten, zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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