Schönheit und Sentiment

Lange Ohrhänger mit Türkisen in Gold, um 1835

Kaum eine wohlhabende Dame der 1830er Jahre ließ sich auf ihrem repräsentativen Portrait ohne ihren prachtvollsten Schmuck darstellen. Zu solch einer Schmuckgarderobe gehörten in dieser Dekade zumeist eine aufwändige Gürtelschnalle, zwei passende Armbänder und auch ein besonders langes Paar Ohrringe. Friedrich von Amerlings Portrait der Julie von Woyna etwa ist ein schönes Beispiel für diese Mode (vgl. letzte Abb.). Das vorliegende Paar stammt aus jener Zeit und zeigt sich zudem mit sentimentaler Bedeutung, denn bei den kleinen Steinen, welche zu Blümchen arrangiert sind, handelt es sich um Türkise. Dieser grünblaue Stein wurde in der Edelsteinsprache des 19. Jahrhunderts mit dem Vergissmeinnicht assoziiert und nahm so dessen sprechende Bedeutung an. Das Vergissmeinnicht ist unter diesem Namen und somit in seiner ideellen Bedeutung schon seit dem späten Mittelalter bezeugt. Der deutsche Etymologe Friedrich Kluge schreibt, der Name habe sich im Volksmund daher entwickelt, dass die Farbe an die Augen frisch Verliebter erinnere; so wurde es im Althochdeutschen auch „Fridiles auga“, also Auge der oder des Geliebten, genannt. Die Türkise sind in goldenen Repoussé-Ornamenten gefasst, die mit ihren lebhaften Schwüngen und ihrer Körperhaftigkeit durchaus barock anmuten. Gleichzeitig behalten sich die Hänger in ihrer Gesamtheit jene Feinteiligkeit bei, die Schmuck aus den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts oftmals auszeichnet. Die Elemente sind dabei an zwei Teilen beweglich verbunden, sodass sie nicht starr fallen, sondern getragen eine schöne Beweglichkeit innehaben. Nicht nur in Anbetracht ihres hohen Alters haben die Ohrringe sich hervorragend erhalten; lediglich die Türkise unterliegen leichten, altersbedingten Farbschwankungen, was den Entwürfen allerdings eine zusätzliche Tiefe verleiht. Letzte Abb.: Friedrich von Amerling (1803-1887), Julie von Woyna, geb. Freiin von Krieg-Hochfelden, 1832, Neue Galerie Graz, I/500.

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