sic transit gloria mundi

Mikromosaik des Forum Romanum als Brosche, Rom um 1840

Das Krönungszeremoniell der Päpste enthielt eine Warnung, die selbst den Heiligen Vater an die Vergänglichkeit aller weltlicher Pracht gemahnte. Auf dem Weg zur Peterskirche sprach ihm ein Zeremoniar dreimal die Worte „Pater sancte, sic transit gloria mundi“ zu (Heiliger Vater, so vergeht der Ruhm der Welt), wobei er ein Bund Werg verbrannte. Eigentlich ist es verwunderlich, dass der Papst einer solchen moralischen Unterweisung bedurfte. Denn beim Blick aus den Fenstern des Vatikanischen Palastes erinnerten ihn doch täglich die Ruinen des alten Rom an die Nichtigkeit der irdischen Existenz. Auch die Reisenden, die auf einer Grand Tour die Ewige Stadt besuchten, waren von den zerfallenden Zeugen der Vergangenheit gleichermaßen beeindruckt wie berührt. Die hier vorliegende Mikromosaik-Brosche des frühen 19. Jahrhunderts ist vermutlich ein Andenken einer solchen Reise und zeigt uns das berühmteste Ruinenfeld der Stadt: Das Forum Romanum. Einst das unbestrittene Zentrum des römischen Weltreiches, sehen wir eine Viehzahl seiner antiken Monumente abgebildet. Vom Fuße des Kapitolhügels geht der Blick nach Osten. Wir erkennen am linken Rand den im Jahr 203 nach Christus errichteten Triumphbogen des Septimius Severus, während sich am linken Rand die Säulen der Tempel des Saturns und des vergöttlichten Kaisers Vespasian erheben. In der Mitte ist eine einzelne Säule zu erkennen. Sie wurde im Jahr 608 n. Chr. von dem byzantinischen Kaiser Phokas errichtet und ist das letzte antike Monument, das dem Forum hinzugefügt wurde. Das ovale Mosaik ist in eine Fläche aus tiefschwarzem Glas gesetzt. Gefasst wird das entstandene Mosaik von einer aufwändigen Fassungen aus 8-karätigem Gold. Die Eberkopfmarke auf dem C-Haken zeigt an, dass die Brosche in den Jahren zwischen 1831 und 1855 in die Niederlanden importiert wurde. Mosaik und Fassung müssen also spätestens zu diesem Zeitpunkt entstanden sein; auf Grund der Formensprache der Rahmung datieren wir das Stück in die 1840er Jahre. In ihrer exquisiten Feinheit und wunderbaren Motivik ist die Brosche ein großartiger Höhepunkt jeder Sammlung – und zugleich ein Schmuckstück das auch heute, zu besonderen Anlässen, noch stets getragen werden kann!

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität.

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