Der Unbezwingbare

Musealer, mittelalterlicher Goldring mit Diamant, England, um 1420

Adamant, der Unbezwingbare – unter diesem Namen kannte man in der Antike und dem Mittelalter das härteste aller natürlichen Minerale, den Diamanten. Naben seiner Fähigkeit, alle anderen Materialien zu ritzen, wurde ihm die Eigenschaft zugeschrieben, Feuer und selbst den Schlägen eines Hammers zu trotzen. Und so überrascht es nicht, dass der Diamant seit dem Mittelalter als Symbol tiefer und beständiger Treue gilt. Der hier vorliegende Ring macht dem Namen des Adamanten alle Ehre, denn er selbst hat inzwischen rund 600 Jahre unbezwungen überwunden. Der Ring aus Großbritannien aus hochkarätigem Gold und einem Diamanten in seiner natürlichen Oktaederform ist in den Jahren um 1420 entstanden. Seine Ringschiene ist gerundet und zurückhaltend entworfen. Sie endet in zwei trapezförmigen Blechen, welche zum Schaustück des Ringes vermitteln, dem Diamanten in seiner geschmiedeten Fassung. Sie ist kastenförmig und verjüngt sich nach unten hin. Die Form der Fassung hat diesem Ringtypus in Großbritannien den Namen „pie dish“ oder „tart mold“ -Ring gegeben, nach dem charakteristischen Umriss einer Pastetenform. Ringe in diesem Typus entstehen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Dabei verändert sich die Art des Ringkopfes nur langsam im Laufe der Jahrhunderte. Das Schaustück wird, so kann man an den erhaltenen Ringen jener Zeit im British Museum studieren, zunehmend höher und skulpturaler und wächst aus der Ringschiene empor, bis die Seiten schließlich genug Platz bieten um mit Emaille und Ornamenten verziert zu werden [1]. Der Diamant in dem hier vorliegenden Ring folgt noch der natürlichen Form des Kristalls. Die vier sichtbaren Facetten sind unter Zuhilfenahme von Diamantstaub jedoch glatt poliert, was einen beträchtlichen technischen Sprung gegenüber den Fähigkeiten der Edelsteinschleifer der Antike und des frühen Mittelalters darstellt. Der Schliff wird im englischen „point cut“ genannt. Diese Technik wurde in Europa in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickelt und derart geschliffene Steine waren im spätestens frühen 15. Jahrhundert auf dem ganzen Kontinent verbreitet. Erste Tafelschliffe, die dem Stein tatsächlich neue Facetten hinzufügen, wurden dann im späteren Laufe des 15. Jahrhunderts gebräuchlich [2]. Zusammen betrachtet, sprechen Technik und Form von Ringkopf und Schliff für eine Entstehung des Ringes in den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhundert. Wir haben den Ring in Großbritannien entdeckt. Er ist ein kostbares und ausgesprochen seltenes Sammlerstück, das auch jede Sammlung eines Museums zur Schmuckgeschichte bereichern würde. Ein tragbarer Diamantring des frühen 15. Jahrhunderts. Nachweise [1] Zur Form des „pie dish“-Ringes vgl. Sandra Hindman u.a.: Cycles of Life: Rings from the Benjamin Zucker Family Collection, London 2014, S. 150f., auch Anna Beatriz Chadour / Rüdiger Joppien: Schmuck II. Fingerringe (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums Köln, Bd. 10), Köln 1985, S. 127, S. 131. [2] Zur Entwicklung des Diamantschliffs vgl. mit Beispielen das wunderbare Buch von Jack Ogden: Diamonds. An Early History of the King of Gems, New Haven/London 2018, S. 79–99, S. 132f, sowie Diana Scarisbrick: Rings. Jewelry of Power, Love and Loyality“, London 2007, 299–311.

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