Hadrian

Moderner Siegelring mit römischem Intaglio: Kaiser Hadrian, 2. Jh. n. Christus

Eines der schönsten und spannendsten Felder im Bereich des Schmucks ist das Sammeln antiker Intaglien und Kameen. Diese in harten Stein geschnittenen, vertieften bzw. erhabenen Bildnisse bieten eine so große Fülle von Motiven, dass sich für jedes Interesse sich eine ganze Welt der Gegenstände offenbart. Es gibt Gemmen mit Portraits berühmter Personen und Heroen, Darstellungen von Gottheiten und mythischen Ereignissen, Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und erzählende Szenen aus dem Alltagsleben. Da Gemmen als Schmuck in der Antike weit verbreitet waren und wohl jeder Bürger entsprechende Steine trug (und gerne auch verschenkte), haben sich auch außerhalb der Museen relativ zahlreich originale Stücke erhalten. Solche originale, römische Gemmen anbieten zu können freut uns immer sehr, besonders wenn die Stücke museale Qualität haben wie das hier vorliegende Intaglio. Geschnitten in roten Carneol sehen wir eine konkav eingeschnittene Büste. Leicht zu erkennen ist der Kopf eines Herrschers mit Lorbeerkrone. Es handelt sich um den Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus, der am 24. Januar 76 in Italica in der Nähe des heutigen Sevilla geboren wurde und am 10. Juli 138 in Baiae verstarb. Der vierzehnte römische Kaiser regierte von 117 an bis zu seinem Tod. Hadrian bemühte sich als Herrscher intensiv um die Festigung der Einheit des Römischen Reiches, das er in weiten Teilen ausgiebig bereiste. Durch Zuwendungen und administrative Maßnahmen auf der Ebene der römischen Provinzen und Städte förderte er den Wohlstand und stärkte die Infrastruktur. Mit der Fixierung des edictum perpetuum gab er dem Justizwesen einen wichtigen Impuls. Da er nur wenige Kriege führte, war seine Regierungszeit für den weitaus größten Teil des Reichs eine Epoche des Friedens. Hadrian war vielseitig interessiert und bei der Erprobung seiner Talente ehrgeizig. Seine besondere Wertschätzung galt der griechischen Kultur, insbesondere der als klassisches Zentrum griechischer Bildung berühmten Stadt Athen, die er neben vielen anderen Städten durch eine intensive Bautätigkeit förderte. In seiner Regierungszeit entstanden bedeutende Bauwerke wie die Bibliothek in Athen, das Pantheon und die Engelsburg in Rom sowie die Hadriansvilla bei Tivoli. Im Privatleben des Kaisers spielte seine homoerotische Beziehung zu dem früh verstorbenen Jüngling Antinoos eine zentrale Rolle. Nach dem Tod seines Geliebten setzte Hadrian reichsweit dessen kultische Verehrung in Gang, die im Osten, aber auch in Italien viel Anklang fand. Die Darstellung und Detaillierung, die Form der Wiedergabe und der Vergleich mit anderen überlieferten Intaglien mit Bildnissen des Hadrian lassen uns diese Gemme in das 2. Jahrhundert nach Christus datieren. Kameen in Karneol entstanden zu dieser Zeit u.a. in Aquileia in großer Zahl, möglicherweise stammt unser Stein auch von hier. Vgl. ein sehr ähnliches Portrait des Hadrian bei Erika Zwierlein-Diehl: Antike Gemmen und ihr Nachleben, Berlin/New York 2007, S. 444, Abb. 661. (In diesem Angebot als letzte Abbildung). Das Intaglio entstammt aus einer umfangreichen Sammlung antiker Gemmen, die als wir sie in Köln erwarben in ein Armband aus den Jahren um 1800 gesetzt waren. Da es sich bei den Gemmen jedoch ursprüglich um römische Ringssteine handelte, haben wir die Steinschnitte neu gefasst um sie wieder als Ringe tragbar zu machen. So hat unser Schmied einen massiven Bandring für die antike Gryllos-Gemme gebaut und dazu hochkarätiges Gold verwendet, wie es ein Goldschmied der römischen Antike getan hätte. Der Ring kann von Damen und Herren gleichermaßen getragen werden.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.