Geteilte Freude...

Mondäner Doppelclip mit Diamanten in Roségold, Frankreich 1940er Jahre

Geteilte Freude ist doppelte Freude! Dies illustriert die vorliegende Brosche aus Frankreich besonders schön: Denn sie lässt sich dank eines cleveren Mechanismus teilen und in zwei Clips verwandeln. Schon in den 1930er Jahren hatte man Clips geliebt, die sich zu beiden Seiten des Ausschnitts, des Gürtels oder auf noch andere Arten und Weisen tragen ließen. Hier wurde der Typus in den 1940er Jahren noch einmal aufgenommen, bis er wenige Jahre später der figürlichen Brosche weichen sollte. Stilistisch ist der Doppelclip an der Spitze seiner Zeit. Die beiden Broschen, welche sich mit einem kleinen Element fest zu einer einzigen großen Brosche verbinden lassen, sind als abstrahierte Füllhörner entworfen. Aus ihnen ergießt sich ein Reigen funkelnder Diamanten. Zugleich ist ihre Form dynamisch und erinnert an geschwungene Stoffbahnen, was in den 1940er Jahren eine große Mode war. Auch das Material der Clips zeigt ihre Entstehung in den 1940er Jahren. Das späte Art Déco hatte sich längst zum sog. Retro-Stil gewandelt und anstelle des weißen Platins der 1920er Jahre liebte man nun wieder warmes Gold. So sind auch die beiden hier vorliegenden Clips aus glänzendem Roségold gefertigt und nur an den Enden ist noch Platin aufgelegt, um die kleineren Diamanten passend zu fassen. Gerade im Kontrast aus warmer Farbe und kühlem Funkeln, von Gold und Diamanten & Platin, von kühnem Schwung und strenger Geometrie ergibt sich ein reizvoller Effekt. Es ist eine mondäne, opulente Eleganz, welche in jenen Jahren die Welt des Juwelenschmucks bestimmte – wenn man so will, den Umständen der eigenen Zeit zum Trotz. Und doch lässt sich auch ein Hauch der Schwierigkeiten jener Jahre erahnen: Denn die Versorgung mit kostbaren Edelsteinen war damals schwierig, und so verwendete man bei dieser Arbeit auch Diamanten aus älteren Beständen, wie sich an den unterschiedlichen Schliffen der Diamanten erkennen lässt. Der an einem Clip gefasste große Diamant im Altschliff ist sicher noch im 19. Jahrhundert geschliffen worden und bildet nun den strahlenden Mittelpunkt der Brosche, wenn die beiden Clips zusammengesteckt sind. Der Stein hat eine ungewöhnlich hohe Tiefe und bringt so ein Gewicht von 1,15 Karat auf die Waage, wie das punzierte Karatgewicht auf der Rückseite des Clips verrät. 24 weitere Diamanten im Altschliff und Achtkantschliff machen das Stück perfekt. Der Doppelclip ist eine unikate, handgearbeitete Brosche, welche zahlreiche Möglichkeiten bietet sie zu tragen. Sie fängt die Ästhetik des späten Art Déco geradezu exemplarisch ein und hat uns aus dem Rheinischen erreicht. Zur Datierung vgl. Sie beispielsweise ähnliche Stücke bei David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, z.B. S. 370 f.

Eine der schönsten und typischsten Schmuckstücke des Art Déco ist der Clip. Extravagante, kostbare, meist mit Diamanten besetzte Exemplare haben Cartier, Boucheron und Van Cleef und Arpels ab den späten 1920er Jahren in Paris hergestellt und schon bald folgten ihnen die Goldschmiede der ganzen Welt. Das besondere an dieser neuen Art der Brosche war, dass sie nicht mehr nur am Revers, sondern überall am Kleid, am Gürtel, an der Tasche und selbst im Haar getragen werden konnte. Oft als Paar, doch gern auch einzeln, ließen sich so überraschende Akzente setzen, welche so bislang nicht möglich waren. Die Form der Clips war zum Zeitpunkt ihrer Einführung zunächst flach, die Oberflächen reich mit Diamanten besetzt. Im Laufe der 1930er Jahre kamen dann immer voluminösere, geometrische Formen in Mode. Auch ersetzte Gelbgold wieder das zuvor favorisierte Weißgold, ganz im Einklang mit der allgemeinen Tendenz des Art Déco. Eine letzte Neuerung vor dem Umbruch des großen Krieges bestand gegen Ende der 1930er Jahre dann darin, die rückseitige Halterung neu zu gestalten. War hier bislang eine einzige große Platte mit Federmechanismus angebracht, so wurden nun zwei miteinander verbundene Nadeln verwendet.

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