Am Brunnen vor dem Tore

Muschelgemme gefasst in Gold als Brosche & Anhänger, Frankreich um 1850

Eine traumhafte Gemme in meisterhaftem, außergewöhnlich qualitätvollem Schnitt in einer antiken Goldfassung mit Filigranbesatz. Die französische Arbeit der Mitte des 19. Jahrhundert zeigt in beeindruckendem Format eine ländliche, geradezu arkadische Szene: Eine Frau in ländlichem Kleid mit Schürze und Hut steht an einem Brunnen außerhalb der im Hintergrund angedeuteten Siedlung, um Wasser zu holen. Ein Baum spendet Schatten, und eine Ziege, in Frankreich das symbolische Tier per se für ländliches Leben, begleitet sie. Wartet sie auf die Wiederkehr ihres Liebsten? Auf den ersten Blick handelt es sich bei der Darstellung um eine Genreszene ohne weitere Bedeutung. Vordem Hintergrund ihrer Entstehungszeit indes gewinnt das Stück geradezu den Charakter eines Zeitdokumentes. Mit der beginnenden Industrialisierung des 19. Jahrhundert veränderte sich das Leben in Frankreich zunehmend. Die großen Romane Emile Zolas berichten vom Zuzug immer mehr Menschen nach Paris. Die Stadt wurde umgestaltet, die alten, romantischen Teile des mittelalterlichen Paris verschwanden, und die großen Alleen und Boulevards nahmen ihren Platz ein. Trotz aller Fortschrittsfreude und neuem Luxus gewann in breiten Teilen der Bevölkerung doch auch das Gefühl des Verlustes des alten Frankreich. Die hier vorgestellte Gemme ist vor diesem Hintergrund zu verstehen: Sie feiert im Moment ihres Verlustes noch einmal in romantischer Manier das Landleben, das unbeschwerte Glück unter freiem Himmel, unbedarft und ohne Verpflichtungen von Büro, Kontor und Fabrik. Ähnlich wie bereits im Ancien Regime brach sich eine Landsehnsucht ihren Bann, die in der rückwärtsgewandten Verklärung des Ländlichen zugleich eine Utopie für die Zukunft entwickeln konnte, freier und in engerem Miteinander zu leben. Der Schnitt der Arbeit ist wunderbar: Detailliert, fein und natürlich sind die Proportionen der Figuren und die Darstellung der Landschaft. Selbst die Details der Kleidung, und die Blätter des Baumes strahlen in höchster Qualität. Auch sind Hintergrund und Figur durch die Farbigkeit der zwei Lagen klar geschieden und heben sich wunderbar voneinander ab. Die Fassung des zarten Stückes ist aus massivem Gold gearbeitet und zusätzlich mit einer Feingoldauflage versehen. In bester Manier ist die Fassung der unregelmäßigen Naturform der Gemme angepasst und überführt diese in eine gerade Geometrie. Zarte Fäden und Perlen aus Gold besetzen den Rahmen, zeitgleich mit der Gemme um 1850 entstanden.

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