Farbenfreude

Ungewöhnlicher „Harlekin“-Ring aus Gold mit kostbaren Farbsteinen, um 1890

Dieser Ring überrascht durch seine außergewöhnliche Farbenfreude. Farbsteine in Pink und Gelb, Rosa und Grün, Rot und Blau eifern miteinander um die Wette. Feine, zarte Fassungen aus rötlichem Gold halten die Steine und geben dem Ring die Form einer Blüte. Zentral sehen wir einen grünen Smaragd, ringsherum reihen sich ein Rubin, eine Naturperle, ein Saphir, ein Hessonit, ein gelber Zirkon, ein Beryll-Katzenauge, ein blauer Spinell und ein pinker Saphir in schönen Handschliffen. Da alle Edelsteine des Rings unterschiedlich geschliffen sind, liegt die Vermutung nahe, dass der Besatz hier in Zweitverwendung zusammengestellt wurde und älter ist als der Ring selbst. Es handelt sich hier um natürliche Edelsteine. Schmuckstücke in reichen Farben begegnen in der Geschichte des Schmucks immer wieder. Besonders im Rokoko liebte man farbenfrohe Entwürfe. Die „Harlekin“-Schmuck genannten Arbeiten ließen meist einen prachtvollen Garten aus Blumen und Blüten vor den Augen zu entfalten. Auch farbenfrohe „Giardinetti-Ringe“ (aus dem Italienischen für „Kleine Gärten“) gehören zu den ansprechenden Beispielen dieser Zeit. Sie zeigen oft kleine Blüten und Blumensträuße mit bunten Edelsteinen und Diamanten oder Arrangements in einen Korb, einer Vase oder einen Topf gesetzt. Dass diese Lust an der Farbe auch zum Ende des 19. Jahrhunderts noch einmal modern wurde, zeigt das hier vorliegende Stück. Wenngleich also die Farbigkeit der vielen verwendeten Edelsteine auch an das Rokoko erinnert: Die feine und zarte Verarbeitung der Fassungen zeigen, dass der Ring den Jahren um 1890 vermutlich in Britisch-Indien entstanden ist. So atmet die Ausführung und Rafinesse ganz den Geist des 19. Jahrhunderts – und doch schlägt der Ring über seine Materialien den Bogen in die Geschichte und die Erdteile. Vgl. zur sog. Harlequin Jewellery des Rokoko u.a. Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 90.

In Schmuckstücken der Viktorianischen Epoche finden sich oft sehr qualitätvolle Edelsteine. Denn seitdem Queen Victoria 1877 zur Kaiserin von Indien gekrönt worden war, war den Händlern des Britischen Empires Tür und Tor zu den kostbaren Edelsteinen des indischen Subkontinents geöffnet. Rubine, Saphire und Smaragde sowie große Diamanten und kostbare Farb-Edelsteine kamen nun über den Seeweg auf die Insel – und wurden von den Goldschmieden in London und den anderen großen Zentren Englands begierig zu Schmuckstücken verarbeitet.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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