Spitzentanz

Filigrane Ohrhänger mit Muschelgemmen in Cannetille-Fassungen, um 1830

Lange, mehrteilige Ohrringe waren in den Jahren ab etwa 1830 große Mode und sollten dies auch noch bis in die 1850er Jahre bleiben. Dieser Entwicklung lag unter Anderem die wechselnde Haarmode zugrunde, denn die Mode verlangte nach zunächst aufwändigen, später dann simpleren Hochsteckfrisuren, die häufig die Ohren bedeckten. Deshalb musste Ohrringe jener Jahre lang sein um zu wirken. Teils wurden Ohrringe sogar als einziger Schmuck getragen, wodurch ihre kunstvolle Verarbeitung und Schönheit einmal mehr in den Vordergrund traten. Die vorliegenden Ohrringe stammen vom Beginn dieser Mode und zeigen sich in Form pastellfarbener, von Gold umsponnener Muschelgemmen. Zwei Frauenköpfe im Profil zieren den oberen Teil der Ohrringe, während tanzende Mänaden in fließenden Gewändern auf den größeren ovalen Kameen des Unterteils dargestellt sind. Die antikisierende Darstellung solcher Tänzerinnen war ein beliebter Topos der Zeit; unter Anderem der klassizistische Bildhauer Antonio Canova (1757 in Possagno – 1822 in Venedig) hatte sie zum Thema seiner Skulpturen gemacht, immer inspiriert von den Fundstücken und Fresken aus Pompeji und Herkulaneum, die die Archäologen kurz zuvor ans Tageslicht gebracht hatten. Gefasst werden die Gemmen von filigranen Golddrähten, die zu Wirbeln und Bögen gesponnen sind. Diese Technik, Cannetille genannt, finden wir in Schmuckstücken der Zeit um 1830, als Gold aufgrund der Nachwirkungen der napoleonischen Kriege immer noch rar war. So ließen sich in dieser Technik prachtvolle, aufwändige Schmuckstücke gestalten, die dennoch wenig Material verbrauchten und dadurch auch angenehm tragbar sind, da sie nur ein geringes Gewicht haben. Oft erinnern die Cannetille-Arbeiten an feine Spitze. Heute sind sie nicht nur ihrer Schönheit wegen begehrt, sondern auch, weil sie von heutigen Goldschmieden in der Regel nicht mehr beherrscht wird. Mit einer Länge von knapp unter fünf Zentimetern gehören die prachtvollen Ohrhänger zu den kleineren Vertretern ihrer Gattung; häufig wurden sogar ähnliche Arbeiten mit einer Länge von acht Zentimetern getragen. Doch sind sie gerade aus diesem Grund auch in unserer heutigen Zeit noch besonders gut einsetzbar. Über beinahe zwei Jahrhunderte haben sie sich sehr gut erhalten.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen