Feste feiern, wie sie fallen

Prachtvolle antike Muschelkamee in Goldfassung, Italien/Großbritannien um 1860

In den Jahren um 1860 entstand die vorliegende, große Kamee aus geschnittener Muschelschale in ihrer Fassung aus hochkarätigem Gold. Darauf dargestellt ist eine Figur der griechischen Mythologie. Am Weinlaub und den Weinreben in ihrem prachtvollen Haar, dem Thysos-Stab und dem um die Schulter geworfenen Raubtierfell erkennen wir, dass es sich um die Darstellung der Ariadne handelt, der Frau des griechischen Weingottes Dionysos. Das Bild des Dionysos und seines Gefolges, der für seine rauschenden Feste berühmt und berüchtigt war, ist in der abendländischen Kunstgeschichte stark durch die Form geprägt, die der im Ursprung griechische Kult bei den Römern annahm. Die „Bacchanalien“ entwickelten sich zu Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. zu exzessiven Gelagen, die von Tänzen und Orgien begleitet waren und die oft im Geheimen stattfanden. In späteren Jahrhunderten wurden Anhänger des Weingottes und seiner Frau Ariadne zum Synonym für feiernde lebenslustige Menschen, speziell jedoch für Liebhaberinnen von gutem Wein. Die Kamee ist aus dem Gehäuse der Carneolmuschel (Cypraeacassis Rufa) wohl in der Bucht von Neapel geschnitten worden. Die Fassung aus der typisch britischen Legierung von 15-karätigem Gelbgold mit ihren feinen Gravuren und Ornamenten ist in den darauffolgenden Jahren in England entstanden – ein Vorgehen, das man im 19. Jahrhundert oft beobachten kann. So bietet sich diese Muschelgemme, die ungewöhnlich detailreich und schön geschnitten ist, besonders an, ein Geschenk für eine Dame zu sein, die den Freuden des Lebens nicht abgeneigt ist!

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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