Auf zum Weinfest!

Prachtvolle Conch-Gemme einer Bacchantin als Brosche in Gold, um 1870

Eine prachtvolle Gemme der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts präsentiert die hier vorliegende große Brosche. Eine aufwändige aus 15-karätigem Gold hält eine Muschelschale, die in zarten Creme-Tönen leuchtet. In detailreichen Schnitt sehen wir eine schöne junge Dame mit wallendem Haar als Dreiviertelfigur. Sie trägt einen reichen Schmuck aus Weinblättern und Trauben im Haar. Um die Schultern hat sie das Fell eines Panthers geschlungen und in der Hand trägt sie einen sogenannten Thyrsosstab mit Pinienzapfen. Es handelt sich bei der Dargestellten somit um eine Bacchantin. Wie ihr griechisches Pendant die Mänade war sie Anhängerin des Weingottes Bacchus (Dionysos), der für seine rauschenden Feste, die sog. „Bacchanalien“, berühmt und berüchtigt war. Das Bild des Bacchanten in der abendländischen Kunstgeschichte wird stark durch die Form geprägt, die der im Ursprung griechische Kult bei den Römern annahm. Die römischen Bacchanalien gingen wahrscheinlich aus Frühlingsfesten hervor. Zu Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. entwickelten sich die Kultfeiern dann zu exzessiven Gelagen, die von Tänzen und Orgien begleitet waren und die im Geheimen stattfanden. In späteren Jahrhunderten wurden Bacchanten zum Synonym für feiernde lebenslustige Menschen, speziell jedoch für Liebhaber von gutem Wein. Die Kamee aus Conch-Schale geschnitzt. Conch ist dabei die Bezeichnung für die große Fechterschneke (Strombus Gigas), deren Lebensraum die kristallklaren, tropischen Meeresgebieten der Karibik sind. Die Schalen der Schnecken zeichnen sich durch eine wundervoll zartrosa Farbe aus und eignen sich besonders zu Schnitt hochwertiger Gemmen. Das ungewöhnliche Schmuckstück ist in den Jahren um 1870 entstanden, nur wenige Jahre, nachdem Conch-Schalen erstmals nach Europa eingeführt und zu Schmuck verarbeitet worden waren. Die Kamee ist somit ein frühes Beispiel für dieses neue, hochgeschätzte und kostbare Material, das gerade für Gemmenschmuck rasche Verbreitung fand, vgl. dazu auch David Bennett/Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, London 2010, S. 122 sowie S. 148f.

Muschelgemmen mit mythologischen Motiven entstanden vor Allem im 19. Jahrhundert in Italien besonders für die Reisenden auf einer Grand Tour. Diese sog. Kavalierstour, welche hier die Bildung der Reisenden vervollkommnen sollte, führte zu den antiken Bauwerke, in die Kunstsammlungen Roms und Neapels und die frühen Touristen brachten von ihrer Reise kleine Souvenirs mit über die Alpen, die von den Erlebnissen der italienischen Reise künden sollten.

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Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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