Schön verschlungen

Prachtvolle Diamant-Lavallière in Platin, Hofjuwelier Dahmen, Köln um 1905

Ein besonderes und seltenes Glück für den Antikschmuckhändler aber auch die Sammlerin ist es, wenn sich zu einem Stück das originale Etui erhalten hat, in dem es einst verkauft wurde. Denn oft verraten die Etuis und Boxen noch mehr über das Stück, seine Geschichte und seine Entstehung. So wie im Fall des vorliegenden Colliers des Hofjuweliers Clemens Dahmen aus der Hohestraße in Köln. Wie in einen Dornröschenschlaf scheint das Schmuckstück die Zeitläufe überstanden zu haben, denn es erstrahlt in wunderbarer Erhaltung fast wie am Tag seiner Entstehung. Gefertigt wurde das Collier in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts. Ganz aus Platin und mit hellen Diamanten besetzt, leuchtet es in elegantem, kühlem Weiß entgegen. Dabei ist das Stück trotz seiner Größe angenehm zu tragen: Die feine Kette aus Platin legt sich and weich auf das Decolletée Das Collier ist als Schleife entworfen, deren Bänder, unterschiedlich lang und weich pendelnd, mit funkelnden Diamanten besetzt sind. Die beiden großen Brillanten im Altschliff wiegen je rund 0,75 ct und erfreuen mit sehr guter Reinheit (vsi & si1). Der Entwurf der Schleifenbänder als verdrehte Kordeln war eine Mode dieser Zeit, doch auch der Gebrauch von Pendeln und Schleifenformen ist ganz typisch für diese Jahre. Alle Einzelformen, die Materialien und die Verarbeitung folgen einem höchstem Anspruch nach Perfektion. Verspielt ist allenfalls die Freiheit des Goldschmiedes, die zwei beweglichen Pendel des Entwurfes unterschiedlich lang zu gestalten. Sie machen die Kette zu einer sogenannten Lavallière, auch Negligé-Collier genannt. Besonders jüngere Damen, welchen der moderne, damals noch gewagte Stil des neuen Jahrhunderts zusagte, schmückten sich gern mit ihnen. Da die damalige Tagesmode aus langen, schmal taillierten Röcken und hochgeschlossenen weißen Blusen bestand, trug man sie auch gern auf der Bluse (vgl. letzte Abb.). Das Collier stammt aus der Werkstatt von Clemens Dahmen in Köln am Rhein. Das seit dem frühen 19. Jahrhundert aktive Goldschmiede und Juweliershaus war eine der führenden Adressen für feine Juwelen in der Domstadt, wie die Ernennung zum Hofjuwelier des Kaiserhauses belegt. Die Firma florierte besonders in den Jahren der sprichwörtlichen Belle Époque. Erst die Wirtschaftskrisen der Zwischenkriegsjahre brachten das Unternehmen dann an sein Ende. Im Jahr 1932 wurde der verbliebene Warenbestand bei Lempertz versteigert. Wir haben das Collier aus einem Nachlass in Köln erwerben können. Die Vorbesitzerin hatte es 1977 im „Lädchen“ des Frauenvereins in der Altstadt erworben. Zur Datierung vgl. David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 251, 274, 278f.

Mit der Erfindung des Gaslichtes und dann des elektrischen Lichtes zum Ende des 19. Jahrhunderts erfüllte mit einem Mal gleißende Helligkeit die Ballsäle Europas. Kein dunkles, gelbes Kerzenlicht mehr, sondern das weiße Leuchten hunderter Lampen ließ den Schmuck der Damen glänzen und glitzern wie nie zuvor. Kein Wunder, dass in der Folge dieser Entwicklungen auch eine neue Mode entstand: Weißjuwelen aus Diamanten und Silber antworteten auf die neuen Lichtverhältnisse und lösten die bisherigen farbigeren Entwürfe ab. Überhaupt wurde der Schmuck zunehmend reicher mit funkelnden Edelsteinen ausgefasst, um ein immer luxuriöseres und reicheres Erscheinungsbild zu schaffen. Auf den großen Bällen in Paris, London und St. Petersburg wurden immer prachtvollere Diamantcolliers präsentiert, zudem Tiaren, Broschen und Ringe, allesamt Träume in weißen Diamanten. Der Name der Epoche, die Belle Époque, zeigt noch heute das Ziel dieser Zeit an: In Schönheit zu glänzen. Doch auch in den folgenden Dekaden blieb die Mode weißen Schmucks aktuell, bis hin zum Art Déco der 1920er Jahre. Allein die Materialien der Fassungen wandelten sich. Das schnell anlaufende Silber wurde zunächst durch Platinauflagen ersetzt und später durch Schmuck ganz aus Platin bzw. dem kurz vor dem Weltkrieg entwickelten Weißgold.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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