Ausflug in die Vergangenheit

Prachtvolle Lapislazuli-Brosche in Gold, Wien um 1875

Auch in den früheren Zeiten wandelten sich die Moden wie heute mit schöner Regelmäßigkeit. Zu Beginn und zum Ende des 19. Jahrhunderts etwa waren weiße Schmuckstücke gefragt, reich besetzt mit Diamanten. In den 1860er und 1870er Jahren hingegen gaben kräftige Farben den Ton an, vorzugsweise große, polierte Flächen aus Gelbgold und intensive Farbsteine. Die hier vorliegende Brosche führt diese Mode vor Augen. Ihre Grundform ist der Kreis, ähnlich einer mittelalterlichen Fibel. Wie eine Halbkugel spannt sich die Brosche von der Grundfläche auf und trägt in ihrer Mitte einen großen polierten Bouton aus Lapislazuli. Feine Ornamente aus gedrehten Goldfäden und kleinen Kugeln aus Gold besetzen in einem sternförmigen Ornament die Oberfläche. Der Entwurf ist sehr plastisch gedacht. Die Oberfläche, eine Art Kuppel, ist rings um den Lapis nach innen eingeschnitten. Die Oberfläche ist hier poliert und so spiegelt sich die gewellte Fassung des Lapis Lazuli in der nach innen gewölbten Fläche aus Gold. Die Brosche erhält so eine ganz besondere, räumliche Wirkung, denn die Spiegelung bewegt sich bei jedem Wechsel des Betrachterstandpunktes mit. Die große und reich ornamentierte Brosche ist in Wien entstanden, in den Jahren um 1875. Sie ist erstklassig erhalten, sogar die originale Feingoldauflage ist noch in ihrer wunderbaren samtigen Oberfläche zu sehen: Ein echter Glücksfall.

Lapislazuli wird seit Alters her für seine einmalige Farbe geschätzt. Der Stein, seit der Antike in den Bergen von Afghanistan abgebaut, wird nicht nur für Schmuck verwendet, sondern mindestens ebenso häufig zermahlen als kostbares Malerei-Pigment genutzt. Künstler wie Giotto und Michelangelo nutzten Lapis Lazuli für ihre unvergleichlichen Meisterwerke, deren Blau nach Jahrhunderten durch seine frische Leuchtkraft begeistert. Michael Baxandall hat in seinem berühmten Buch „Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien der Renaissance“ beschrieben, wie im Florenz der Renaissance Künstler und Auftraggeber in detaillierten Verträgen festlegen ließen, wie viel Lapispigment etwa für den Mantel der Madonna in einem Fresko verwendet werden sollte. Da das Pigment so außerordentlich teuer war, stellte sein Kauf einen großen Teil der Ausgaben für das Werk dar, mitunter kostete es mehr als der Künstler für seine Arbeit erhielt. Nach Europa kam die Farbe vor allem über Venedig und war dort als „azurro ultramarine“ - „Das Blau von jenseits des Meeres“ bekannt. Noch heute leitet sich der Name Ultramarinblau von dieser Bezeichnung ab.

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