Nicht nur für Bälle

Prachtvoller Cannetille-Anhänger mit Smaragden und pinkfarbenen Topasen, England um 1830

Eines der bestimmenden Gestaltungselemente des Schmucks im frühen 19. Jahrhundert war das sogenannte Cannetille-Filigran, welches in der Zeit um 1790 während der sogenannten Georgian Era in England entstanden war. Kleinteilig, detailliert und satt golden leuchtend, wurde es meist noch mit farbintensiven Edelsteinen besetzt. Der vorliegende Anhänger entstand in der Zeit um 1830 und weist die in jener Zeit so beliebte Kombination aus pinkfarbenen und grünen Steinen auf. Vier Edeltopase und neun Smaragde leuchten, durch ihnen hinterlegte Folien noch intensiviert, hell und klar inmitten des Cannetille-Werks. Dieses Goldfiligran war so arbeitsintensiv, dass es zu keiner Zeit danach mehr hergestellt werden konnte, da die Kosten für Handarbeit stiegen. Und noch eine Überraschung hält er bereit: Auf der Rückseite befindet sich ein kleines Medaillonfach für eine Locke. Seinem Wert und seiner prächtigen Erscheinung entsprechend war Cannetille-Schmuck seinerzeit vor allem für besonders aufwendig zelebrierte Abendveranstaltungen reserviert. So heißt es denn auch über eine Mrs. Beauford, die 1806 eine ganze Parure bestehend aus Collier, Tiara, Broschen, Armbändern und Schuhspangen trug: „All these she wore and I must confess, for a small dinner party, appeared rather too gaily decorated” – frei übersetzt, „All dies trug sie, und erschien damit für eine kleine Dinnerparty doch zu prächtig geschmückt.” Wie uns die Rückseite unseres Anhängers verrät, war er einst Teil eines größeren, wohl weitaus prachtvolleren Colliers, dass sich wohl ebenfalls nicht für Dinnerpartys im kleinen Rahmen geeignet hätte. So wird er nun durch eine Öse an einer schlichten Kette oder einem Samtband tragbar, und kann damit weitaus häufiger ausgeführt werden – denn rauschende Bälle stehen allzu selten an, als dass der hübsche Anhänger die lange Wartezeit im dunklen Schmuckkästchen verbringen sollte. Vergleichsstücke und das obenstehende Zitat finden sich bei Ginny Reddington Dawes/Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 114 f.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen!

Noch keine Artikel angesehen