Auch ich in Italien!

Prachtvoller Mikromosaik-Armreif in vergoldetem Silber, um 1860/1935


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Prachtvoller Mikromosaik-Armreif in vergoldetem Silber, um 1860/1935
Prachtvoller Mikromosaik-Armreif in vergoldetem Silber, um 1860/1935
Beschreibung
„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“ wusste schon Goethe und seine Reise nach Italien war für den Dichter aus Frankfurt eines seiner wohl prägendsten Erlebnisse. Er besuchte von Karlsbad aus Venedig, Verona, Sizilien und Rom, doch seine Eindrücke der römischen Landschaft, der Campagna rund um die Ewige Stadt waren hier inmitten dieser Höhepunkte seiner Reise wohl noch einmal ein besonderes Erlebnis. In dieser Landschaft einer verwilderten Kultur rastend kennen wir Goethe aus Tischbeins berühmten Frankfurter Gemälde. Tischbein wollte Goethe zeigen, wie er „[...] über das Schicksal der menschlichen Werke nachdenket“. Und dieses Schicksal, der Lauf der Welt findet sich nirgends deutlicher erlebbar als in der Gegenwart der Ruinen des glanzvollen römischen Reiches in mitten elegischer weiter Felder und Wiesen. Der hier vorliegende, eindrucksvolle Armreif erzählt von einer Reise nach Rom und seinem seinem Umland, es ist der der dinggewordene und in die Gegenwart gerettete Seufzer „Et in Arcadia ego.“ Sieben Plaketten aus schwarzem Glas mit Einlagen in feinem Mikromosaik zeigen Eindrücke aus der ewigen Stadt. Wir sehen das Kolosseum in der Mitte und die Tempel des Forum, den vierseitigen Triumphbogen des Janus Quadrifrons oben rechts und den Tempel von Cori oben links. Über allen Darstellungen liegt ein warmes Sonnenlicht, changierend zwischen hellblau und rosa, das noch in der Darstellung die kühle Frische eines Frühlingstages in dieser beglückenden Landschaft im Geiste heraufbeschwört. Die Plaketten sind in den Jahren um 1860 entstanden. Ursprünglich zierten sie wohl ein Armband oder Collier. In den 1930er Jahren entstand dann der Armreif aus vergoldetem Silber dazu. Zarte Gravuren verbinden die Mosaike, welche nun wie eine Blüte der schönsten Eindrücke Roms auf einem ovalen Schild versammelt sind. Durch die zarten Stege des Armreifes scheint diese Auswahl der schönsten Ruinen nun am Arme ihrer Trägerin zu schweben.
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Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt in Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.
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Unser Versprechen
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