Metamorphosen

Prachtvoller Ring mit 1,84 ct Altschliff-Diamanten, Großbritannien um 1900

Metamorphoseon libri, „Bücher der Verwandlungen“, so nannte der römische Dichter Ovid sein Opus Magnum mit den zahlreichen Geschichten von Wandlung und Verwandlung. Auch der vorliegende Ring erzählt eine solche Geschichte – und mit geübtem Auge lässt sich in ihm wie in einem Buch lesen. So erzählt uns der Ring zunächst, dass die fünf Diamanten, die sich in prachtvoller Reihe wie ein funkensprühendes Band über den Finger legen, nicht alle zur selben Zeit geschliffen wurden. Die drei großen, mittleren Steine stammen aus der Entstehungszeit des Ringes, doch die beiden äußeren sind, so verrät es ihre charakteristische Kissenform, noch etwas älter und wurden im 19. Jahrhundert geschliffen. Vermutlich waren sie einst sogar Teil eines noch älteren Schmuckstückes, bis dieses zum Juwelier getragen wurde, um die Steine zeitgemäß neu zu fassen – um 1900 gang und gäbe (vgl. letzte Abb., aus einer Broschüre der Zeit um 1900). Doch hier enden die Metamorphosen nicht: Eigentlich, so verrät es auch seine Punzierung, war der Ring einst aus Gelbgold gefertigt, die Diamantfassungen aber aus Platin. In späterer Zeit wurde der Ring dann rhodiniert, um ihm eine komplett weiße Optik zu verleihen. Dies war insbesondere seit den 1930er Jahren üblich, als Platin erschwinglicher wurde und viele Damen massiven Platinschmuck besaßen, dem sie ihren älteren Schmuck gern farblich angleichen wollten. So finden wir auch in Broschüren jener Zeit oft Angebote von Goldschmieden, die Rhodinierung als Service anboten. So erstrahlt der kostbare Ring mit seinen historischen Diamanten heute in kühlem Weiß – und erzählt nicht nur eine, sondern gleich mehrere Geschichten der Wandlung und Verwandlung.

Die Form des Brillanten hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt. Lange war es technisch nicht möglich, den Rohkristall mehr als nur rudimentär zu verändern, da der Diamant ja so außergewöhnlich hart ist. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dann, dem Kristall mehr und mehr Facetten abzutrotzen und im Laufe des 19. Jahrhunderts näherten sich die Schliffe immer mehr der Form an, die wir heute als Brillant kennen. Erst im Jahr 1919 aber hat Marcel Tolkowsky die Idealform des Brillanten auf optisch-physikalischer Grundlage errechnet; die genaue Form, welche in Deutschland heute der Standard ist, der sog. Feinschliff der Praxis, ist sogar erst 1938 festgelegt worden. Wirkich durchgesetzt hat sich die Form des modernen Brillanten dann nach dem Krieg. Der Brillant ist somit also eine eigentlich erst recht neue Erfindung - und das bedeutet auch, dass bei einem Diamanten, der im 19. Jahrhundert oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts geschliffen wurde, einem sog. „Altschliff“, die Proportionen des Steins nicht dem Standard des heutigen Brillanten folgen. Altschliffe wurden in der damaligen Zeit immer individuell geschliffen: Man wollte den optimalen Weg finden zwischen dem besten Glanz einerseits und dem wenigsten Materialverlust beim Schleifen andererseits. Wir finden, dass gerade diese Individualität die alten Diamanten so besonders interessant macht. Man kann sie weniger gut vergleichen; auch lässt sich der Wert nicht einfach mittels einer Tabelle bestimmen: Denn man muss jeden Stein einzeln ansehen, um wirklich sagen zu können, ob er das Feuer und den Glanz hat, den man von einem Diamanten erwartet.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.