Eine neue Richtung

Prachtvolles goldenes Turmalin-Collier des deutschen Art Déco, um 1935

Schon 1920 hatte ein wichtiger deutscher Wettbewerb für Schmuckentwerfer – jener der Bruckmann'schen Silberwarenfabrik – in seinen Teilnahmebedingungen festgehalten, dass jegliche Anlehnung an historische Ornamente verboten sei. Diese Anforderungen wurden durch den Art Déco erfüllt, der in seiner modernen und von kühler Geometrie geprägten Ausprägung ein Stil war, der beinahe alle westlichen Länder wie ein Fieber zu ergreifen wusste. Doch entwickelten sich parallel dazu in Deutschland auch lokale Ausprägungen eines neuen Stils, der sich auf seine ganz eigene Weise von historischen Vorbildern löste. Dieser Stil stellte dem klassischen Art Déco französischer Ausprägung eine phantastische, plastische und auch buntere Alternative entgegen. Ketten aus ineinander verschlungenen Gliedern, sog. „Gemüse“-Ringe in Form expressionistischer Blumenarrangements, und vor allem große Anhänger mit Farbstein, oft begleitet von reicher Filigranauflage, prägten diese Strömung. Auch das vorliegende Collier ist ein Vertreter jenes Schmucks, der in dieser Form nur in Deutschland entstand und dem Spektrum des Art Déco eine wichtige Facette hinzufügte. Ein dunkler, waldgrüner Turmalin steht im Zentrum des Colliers und kündet von einer neuen Lust an der Farbe, die in jener Zeit auch in Architektur und bildender Kunst demonstriert wurde. Satt glänzendes Gelbgold rahmt den Stein als Anhänger und stellt ihm drei unterhalb pendelnde Blätter sowie Auflötungen in Form feiner Kreise und Punkte zur Seite. Die Kette ist passend zum Anhänger gestaltet worden und beweist so den Willen zur ganzheitlichen Gestaltung, welcher das Kunstgewerbe in jener Zeit beflügelte. Sie ist aus Kreisen und Herzen gebildet, und trägt in ihrer Mitte ein schaukelförmiges Glied, um den Anhänger perfekt zu inszenieren. Das sehr gut erhaltene Collier erreichte uns mit einer handschriftlichen Notiz, welche die Arbeit Maria Fries zuschreibt. Weitere ihrer Arbeiten lassen sich in der Literatur nicht nachweisen, doch entstand das Schmuckstück in einer Zeit, als auch Frauen die Ausbildung zur Goldschmiedin offenstand. Womöglich besteht also eine Nähe zur bekannten Goldschmiede-Meisterin Gertrud Fries-Arauner, die in ebenjener Zeit tätig war und den Schmuck jener Zeit um wichtige Entwürfe bereicherte. 1939 erhielt Fries-Arauner gemeinsam mit Rolf Fries den ersten Preis des Wettbewerbs der Zeitschrift „Neue Linie“. Zu weiteren Schmuckstücken in dieser Art vgl. etwa Christianne Weber: Schmuck der 20er und 30er Jahre in Deutschland, Stuttgart 1990, Kat. Nr. 15-17, 587, und 776.

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