Einmal in Florenz sein

Raffaels Madonna della Seggiola in Emailmalerei und Gold, um 1870

Die Kunst der Emailmalerei ist ebenso bewunderungswürdig wie – heute – vergessen. Kleine Meisterwerke in dieser haltbaren Form der Einbrennmalerei zu schaffen, die noch unter der Lupe immer neue Details verraten, diese Technik beherrscht heute beinahe niemand mehr. Im 19. Jahrhundert indes wurde sie breit geübt. Die Tradition der Emailmalerei begann mit den sog. „Genfer Emails“. Diese waren in den 1820er und 1830er Jahren wahre Exportschlager, nur um kurz darauf wieder nahezu vollständig zu verschwinden. Meist in warm glänzendes Gold gefasst, zeigen diese in Email gemalten Plaketten stets Schweizer Mädchen in lokaler Tracht. Manchmal sind die jungen Damen dabei als Portrait gegeben, in anderen Fällen auch als ganze Figur in der Landschaft ihres Herkunftskantons. In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich die Kunst der Emailmalerei dann weiter. Die hier vorliegende Brosche ist in den Jahren um 1870 entstanden. Ihre Rahmung aus hochkarätigem Gold verrät den Einfluss des sog. Archäologischen Stils, mit ihren um das Bild gelegten Kordeln. Die Malerei indes orientiert sich nicht an der Archäologie, sondern hat ein Hauptwerk der Renaissance zum Vorbild genommen. Wir sehen Raffaels Madonna della Seggiola, die Muttergottes auf dem Lehnstuhl, das heute im Palazzo Pitti in Florenz aufbewahrt wird. Entstanden um 1514, gilt es als eines der Meisterwerke des Malers aus Urbino. Das runde Bild zeigt Maria mit dem Jesuskind. Im Hintergrund rechts macht der ebenfalls noch kindliche Johannes der Täufer Jesus seine Aufwartung. Die meisterhafte Darstellung der Mutterliebe wurde besonders zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Zuge der Raffaelbegeisterung vielhundertfach kopiert. Ingres, der Hofmaler Napoleons, etwa fügte es in zahlreiche seiner Bilder als Zitat ein, das eine mal recht prominent im Bildhintergrund, dann wieder versteckt wie im großen Throngemälde Napoleons von 1806, wo es in den Teppich unter dem Herrscher eingewirkt als Ausweis seiner Fürsorglichkeit für das Vaterland steht. Hier nun ist das Bild Raffaels zu einer Brosche geworden, die einer Kennerin und Liebhaberin der italienischen Renaissance als Ausweis ihrer Leidenschaft für diese Blütezeit der Kunst dienen konnte – und wieder dienen kann. Die Brosche ist erstklassig erhalten.

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