Wirklich groß(-artig)

Große goldgefasste Pietra Dura Ohrhänger, Florenz und Frankreich, um 1860

Schmuckstücke aus Pietra Dura sind seit der Renaissance ein beliebtes Souvenir von einem Besuch in Florenz. Besonders im 19. Jahrhundert brachten viele Reisende diese kleinen Einlegenarbeiten aus Florenz mit in ihre Heimat. Häufig wurden die Stücke auch erst dort gefasst und zu Schmückstücken gearbeitet. Das vorliegende Paar Ohrhänger, das wir aus einem französischen Nachlass für Sie entdeckt haben, entstammt aus genau dieser Zeit und erzählt diese Geschichte. In jeweils eine aufwändig verzierte Rahmung aus hochkarätigem Gelbgold ist ein rundes Pietra Dura Feld von erstaunlicher Größe gesetzt. Ein Mäanderband und kleine Granulationskugeln auf der Fassung sprechen die Sprache des sog. „achäologischen Stils“ der 1860er Jahre. Vor dem schwarzem Grund aus Onyx entfaltet sich in diesen goldenen Rahmungen dann je ein kleiner Blumenstrauß aus gelben Rosen, Vergissmeinnicht und einer roten Glockenblume. Das Ganze besteht aus verschiedenen Edelsteinen wie Achat, Türkis und Jade. Wundervoll sind die Steine der Komposition gerade so gewählt, dass eine naturalistischer Eindruck entsteht - so entstehen kleine Meisterwerke des Illusionismus. Das Paar ist bis ins Detail meisterhaft verarbeitet und erstklassig erhalten. Vor allem die ausweislich der Punzierungen in Frankreich entstandene Fassung aus Gold macht die erstaunlich großen Ohrhänger zu einer hochdekorativen Augenweide. Ohne Frage liegt mit diesem Paar ein wahres Sammlerstück vor – doch zugleich Ohrringe, die auch heute immer wieder aufs Neue begeistern und nur darauf warten, stilvoll getragen zu werden!

Pietra Dura (it. „harter Stein”) ist eine traditionelle Handwerkskunst aus Florenz, in der Bilder und Ornamente aus Plättchen harter Steinsorten zusammengesetzt werden. Anders als im Falle der klassischen Mosaikkunst aus bunten Würfeln oder Stiften, verwendet das Pietra-Dura-Verfahren genau angepasste Formstücke, die nach den entsprechenden Feldern der Vorzeichnung geschliffen werden. So entstehen besonders widerstandsfähige, dauerhafte dekorative Oberflächen. Die Blüte des Pietra-Dura-Handwerks in Florenz entfiel auf das 16. Jh., als nicht nur die berühmte Medici-Kapelle in San Lorenzo ausgestattet wurde, sondern auch zahlreiche Tische, Schmuckstücke, Altäre und eigentlich jeder nur denkbare Gegenstand mit dieser aufwendigen und kostspieligen Technik verziert wurde. Noch heute findet sich in der Via degli Alfani 78 das Opificio delle Pietre Dure, eine Werkstatt, welche allein auf die Herstellung von Kunstwerken in dieser Technik spezialisiert ist. Schmuckstücke aus Pietra Dura sind daher seit der Renaissance ein beliebtes Souvenir von jedem Florenzbesuch. Besonders im 19. Jahrhundert, im Zeitalter der Grand Tour, brachten daher die jungen Adligen aus Nordeuropa entsprechende Stücke von ihrer ausgedehnten Italienreise mit in ihre Heimat, um den Daheimgebliebenen die Schönheit und Kunstfertigkeit Italiens nahe zu bringen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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