Vom Sammeln und Jagen

Antikes römisches Intaglio eines Jägers in einem Silberring des 16. Jahrhunderts

1550 gebraucht der berühmte italienische Künstlerbiograph Giorgio Vasari zuerst den Begriff „Renaissance”, also Wiedergeburt. Hiermit bezeichnete er das Wiederaufleben der antiken Ideenwelt und Kunst, also jener Periode, die ihm von allen Zeitaltern der Menschheit als die Glanzvollste erschien. Künstler, Architekten und Schriftsteller nahmen in jener Zeit hinlänglich Bezug auf die Antike, insbesondere die römische; denn Italien war in jener Zeit wichtiges Zentrum des Kunstschaffens, und italienische Künstler wurden oft von weither an die europäischen Fürstenhöfe bestellt. So verwundert es nicht, dass in dem vorliegenden Ring des 16. Jahrhunderts als Besatz ein Intaglio gewählt wurde, welches weitaus älter ist als der Ring selbst: Es handelt sich hierbei um eine antike Gemme der römischen Kaiserzeit. In orangefarbenen Karneol geschnitten, wird hier ein Jäger dargestellt, der auf einem Felsen sitzend das erlegte Wild emporhält. Stilistisch ist sie in das 2./3. Jahrhundert n. Chr. zu datieren, vgl. etwa Erika Zwierlein-Diehl: Antike Gemmen und ihr Nachleben, Berlin/New York 2007, Abb. 669b oder 703. Antike Intaglios waren in der Renaissance kostbare Sammlerstücke, die in Ringen oder als Anhängern getragen oder gar in der Kunstkammer aufbewahrt wurden. Doch war die Gemme im vorliegenden Ring zu seiner Entstehungszeit nicht nur aufgrund ihres Sammlerwertes interessant, sondern sie hatte auch kulturelle Relevanz, war doch die Jagdkultur wichtiger Bestandteil des höfischen Lebens. Kostbare Garderoben wurden gezielt für die Jagd gefertigt, und auch unser Ring wird einst einem Edelmann gehört haben, der nicht nur Antiken sammelte, sondern gern jagte – zwei Leidenschaften, die doch einiges gemeinsam haben. Wohl in Westeuropa ist der silberne Ring entstanden, und dies in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er präsentiert das Intaglio inmitten einer schmalen Umfassungslinie in einem ansonsten schlichten, gerundeten Band. Insbesondere unter Anbetracht seines Alters ist das historische Schmuckstück gut erhalten, sodass wir uns freuen, Ihnen an dieser Stelle ein solch seltenes, tragbares Fundstück vorstellen zu können. Zu Ringtypus und Datierung, vgl. Gerald Taylor/Diana Scarisbrick: Finger Rings from Ancient Egypt to the Present Day, Oxford 1978, S. 27, Nr. 52 sowie Heinz Battke: Geschichte des Ringes, Baden-Baden 1953, Kat. Nr. 76 und 78.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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