Auf den Spuren der Antike

Karneol-Gemme des Hylas in einem Ring im Stil der Renaissance, spätes 18. Jh./Alexandria 1938

Es ist ein großer, ausdrucksstarker Siegelring im Stil der Renaissance, der uns hier vorliegt – doch entstanden ist er, das zeigen uns seine Punzen und die Verarbeitung, im frühen 20. Jahrhundert in Ägypten. Es muss ein historisch versierter Schmied gewesen sein, der die Gemme in der Art der römischen Antike stilsicher in einem Ring fasste, der ganz deutlich an italienische Renaissance-Ringe des 16. Jahrhunderts angelehnt ist. Wenn auch die Verortung des Ringes zunächst verwundern mag, so ist sie doch nicht unpassend, bedenkt man, dass Howard Carter erst 1922 im Tal der Könige das Grab des Tutanchamun wiederentdeckte. Das Interesse an den Antiken und ihren Hochkulturen lebte für einige Jahre sehr intensiv wieder auf, und ist auch seither nicht wieder ganz zurückgegangen. Auch die vorliegende Gemme wirkt wie eine antike römische Arbeit der Jahre kurz vor der Jahrtausendwende; jener Zeit, als Markus Antonius ein Bündnis mit Kleopatra einging. Die Art, wie sie geschnitten ist und ihre sehr gute Erhaltung legen jedoch nahe, dass es sich um eine Arbeit des späten 18. Jahrhunderts handelt. Auch in jener Zeit gehörte ein umfangreiches Wissen über die römische Antike zum guten Ton. Die Gemme zeigt einen jungen Mann im Profil, dessen Locken ihn verraten: Es ist Hylas, Gefährte des Herakles und einer der Argonauten, der ein vorzeitiges Ende fand, als Nymphen in Liebe zu ihm entbrannten und ihn in das dunkle Wasser einer Quelle zogen. Schon Theokrit beschrieb ihn als „Hylas, den anmuthvollen, den Träger des Lockengeringels” (Idyllen, XIII. Hylas). Dieses Motiv ist durchaus passend für einen Ring im Stil der Renaissance, denn auch Lorenzo de' Medici, der berühmte florentinische Politiker, war einst im Besitz einer Karneol-Gemme des Hylas (vgl. letzte Abb., aus: Erika Zwierlein-Diehl, Antike Gemmen und ihr Nachleben, Berlin 2007, Tafel 204, Abb. 882). Wie die europäische Gemme des 18. Jahrhunderts nach Alexandria kam, wo ausweislich der Punzen die Schiene geschmiedet wurde, können wir heute nicht mehr nachvollziehen. Naheliegend jedoch erscheint es, dass ein antikenbegeisterter Reisender sie mitgebracht hatte – womöglich, als er nach Ägypten gereist war, um das Tal der Könige mit seinen kürzlich neu entdeckten Schätzen zu sehen. In Alexandria angelegt, übergab er die Gemme einem Goldschmied, der die prachtvolle Fassung schmiedete; nilaufwärts reiste er dann weiter, mit dem Ring an der Hand, um das legendäre Tal bei Luxor zu bereisen.

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