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Prachtvoller Goldring mit herrlichen Altschliff Diamanten, Belle Époque um 1910

Wie ein Schiffchen mit kostbarer Ladung erscheint der hier vorliegende Ring der Jahre um 1910 und er zeigt die besondere Faszination, die von historischer Diamanten ausgeht: Kein Stein ist wie der andere; Farbe, Proportion und Glanz sind bei jedem alten Stein anders und besonders. In einer Zeit geschliffen, in welcher Diamanten noch nicht im Akkord im Form gebracht wurden, war es die Aufgabe des Schleifers, für jeden Diamanten die optimalen Maße und die ideale Form zu bestimmen. So vereinen sich in dem hier vorliegenden Schmuckstück Diamanten im Rosenschliff mit feinen Altschliffdiamanten in runden und leicht kissenförmigen Schliffen. Der hier vorliegende Ring bringt uns gleich 29 solcher Diamanten mit Individualität und Geschichte näher. Dabei sind die Diamanten besonders schön ausgesucht, denn die Steine passen wunderbar zusammen in ihrer strahlend weißen Farbe und ihrer schönen Reinheit. In den Jahren um 1910 sind sie zu diesem Ring in klassischer Schiffchenform vereint worden und reihen sich zwischen Millegriffes und fein gesägten Schattenfugen um einen besonders feinen Brillanten von etwa 0,45 ct Gewicht, der den Mittelpunkt des länglichen Ringkopfes bildet. Die exquisite Goldschmiedearbeit ist dem Fingerglied nah anliegend gearbeitet, sodass sich der Ring aus hochkarätigem Gelbgold angenehm trägt und trotz seiner Größe nicht stört. Alle beim Tragen sichbaren Teile sind aus Platin geschmiedet, so dass wir hier ein sog. „Weißjuwel" der Belle Epoque vor uns haben. In Platin sind sodenn auch die Diamanten gefasst und rückseitig offen gehalten, um ihnen den nötigen Platz zum Funkeln zu geben. Der auffallend schöne Ring, der hier in Berlin zu uns kam, ist erstklassig erhalten und begeistert mit seinem prachtvollen Besatz in feinem Pavée-Setting, das jede verfügbare Stelle des Ringkopfes zum Funkeln bringt. Ein Schiffchenring zum Träumen.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff, und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

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