Zeit des Fortschritts

Prachtvoller Ring des Art Déco mit Rubinen & Diamanten, um 1928

Unter allen Edelsteinen waren es in der Schmuckgeschichte vor allem die Rubine, bei denen sich Nachfrage und Angebot so wenig die Waage hielten, dass man schon früh versuchte sie künstlich herzustellen. Schon im Jahr 1850 etwa unternahm der Chemiker Sénarmont Versuche hierzu, und 1878 gab es bereits so großes öffentliches Interesse am Thema, dass ein Artikel mit dem Titel Edelstein-Alchemie zu ebendiesem Thema im erfolgreichen deutschen Massen- und Familienblatt Die Gartenlaube erschien (Heft 14, 1878, S. 228-230). Umso größer war also die Aufregung, als 1902 die ersten von Verneuil geschaffenen synthetischen – nicht rekonstruierten – Rubine im Handel erhältlich waren. Noch 1918 hieß es: „Zur Unterscheidung des synthetischen Rubins vom natürlichen scheint ein absolut zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal bis jetzt noch nicht gefunden zu sein“. Vielmehr stand den Goldschmieden auf einmal jede nur erdenkliche Schattierung von Rot zur Verfügung - „vom dunklen Siamrubin bis zum hellrosa Rubin“ - und dies nicht abhängig von Glücksfunden. Genau wie die natürlichen wurden auch die synthetischen Rubine neben Diamanten in kostbare Fassungen aus Edelmetall gefasst, und auch der vorliegende Ring ist ein Beispiel dieser Entwicklung. Auf einem länglichen Ringkopf finden sich zwei kirschrote synthetische Rubine. Zahlreiche Diamanten rahmen die Rubine, ein großer Altschliff-Diamanten von beinahe einem Viertelkarat vermittelt zwischen beiden Steinen. Graphische rechtwinklige Schattenfugen unterbrechen das Bett aus Edelsteinen und fügen farbliche Schattentiefen hinzu. Gefasst sind die Steine in Weißgold mit einer Auflage aus Platin, was die Farbe der Rubine und die Brillanz der Diamanten intensiviert. Ebenso wie die synthetischen Rubine war auch das Weißgold eine Neuerfindung der Zeit und stand den Goldschmieden ab 1912 zur Verfügung. Prachtvolle Weißjuwelen gehörten in der Zeit des Art Déco zur Schmuckausstattung einer jeden Großtstädterin von Rang und Namen, und insbesondere Ringe nahmen neue, größere Dimensionen an. Dabei ist der vorliegende Ring nicht nur in Form und Dekor der Moderne geschuldet, sondern auch im Material, und verbindet so wissenschaftlichen Fortschritt mit Luxus und zeitloser Eleganz. Vgl. Sie zur Geschichte der Rubinsynthese Jaqcues Boyer: Die synthetischen Edelsteine, ihre Geschichte, Herstellung und Eigenschaften, Berlin 1918, dort auch obenstehende Zitate, S. 39.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen!

Noch keine Artikel angesehen