Ein Geschenk des Königs

Preussischer Gold-Ring mit Miniaturbildnis Friedrichs II., um 1765

Friedrich II., der Große – mit keinem anderen König des früheren Preussens verbinden sich bis heute so viele positive Assoziationen. Als Philosoph auf dem Thron, als aufgeklärter „erster Diener des Staates“ wurde er bereits zu Lebzeiten verehrt. Nachrichten über seine Siege, sein Leben und seine Regierung wurden in ganz Europa begierig verfolgt und Bildnisse von ihm wurden in ganz Europa gesammelt und galten, als Geschenk, als große Ehre. Der hier vorliegende Ring ist solch eine Gabe aus der Hand Friedrichs. Die Schiene aus rötlichem Gold präsentiert ein kreisrundes Miniaturportrait des Königs. Es zeigt Friedrich in mittleren Jahren in Uniform mit Dreispitz. Ein Kranz aus weißen Glaspasten in Silberfassungen umrahmt die gemalte Darstellung. Die Miniaturmalerei folgt dem in mehreren Kopien überlieferten Portrait Friedrichs in Feldherrenuniform von Antoine Pesne aus dem Jahr 1745. Wir zeigen anbei das Exemplar aus Potsdam. Der König wird in der Art barocker Herrscher gezeigt, gut genährt, leicht aus dem Profil gedreht und gerahmt von Hut und prachtvoller Uniform. Einige Jahre später wird dieses Bild von der durch Chodowiecki und Graff geprägten Altersdarstellung Friedrichs verdrängt, welche den König hager und ernst, mit schmalem Mund und großen Augen präsentiert. Unsere Miniatur zeigt den König bereits mit einigen Falten und steht somit zwischen beiden Darstellungstypen. Wir datieren sie daher in die mittleren 1760er Jahren, die Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg. Als ein typisches höfisches Geschenk der Zeit liegt es zudem nahe, dass Ring und Miniatur bei den entsprechenden Hofkünstlern in Auftrag gegeben wurden, beim Hofgoldschmied und beim Hofmaler Friedrichs, eben Antoine Pesne. Nach Pesnes Tod im Jahr 1757 arbeiteten zahlreiche seiner Schüler weiterhin in seiner Werkstatt und schufen zahlreiche Miniaturen. Besonders produktiv war hier Anton Friedrich König (1722 - 1787), der über eintausend Miniaturbildnisse allein von Friedrich II. gemalt haben soll. Im Bestand der Berliner Museen haben sich weitere Werke von ihm erhalten. Die Miniatur des Ringes ist daher wahrscheinlich von ihm in den Jahren um 1765 gemalt worden; die Fassung, mit ihren typischen Pflanzenformen des Rokokos an der Schiene, entstand in derselben Zeit. Wir wissen nicht, wer diesen Ring einmal von Friedrich erhielt. War es eine Hofdame, ein Gesandter einer fremden Macht, ein treuer Hofdiener oder ein verdienter Militär? Sicher ist nur, dass der Ring, den wir aus Berliner Besitz erwerben konnten, immer in höchsten Ehren gehalten wurde: Denn das museumswürdige Stück hat die vergangenen mehr als 265 Jahre unbeschadet überstanden. Vgl. zu den Bildnissen Friedrichs Frauke Mankartz: Die Marke Friedrich. Der preußische König im zeitgenössischen Bild, in: Friederisiko. Friedrich der Große. Die Ausstellung, Kat. Ausst. Potsdam 28. April bis 28. Oktober 2012, München 2012, S. 210–215, sowie zu König, Anton Friedrich (der Ält.) Ulrich Thieme/ Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, hg. v. Hans Vollmer, Leipzig 1907ff., Bd. 21 (1927), S. 144-145

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