An der blauen Donau

Traumhafter Einkaräter im Altschliff als Solitär in Gold, Budapest um 1900

Ein Ring mit einem einzigen, großen Diamanten gilt heute als der klassische Verlobungsring. Hier steht der kostbare (und der Sage nach unzerstörbare) Stein für die Ewigkeit – was so die Dauer des mit ihm gegebenen Versprechens unterstreichen soll. Wie kam es zu dieser Tradition? Sicher ist, dass schon 1477, so ist überliefert, Herzogin Maria von Burgund einen Diamantring als Treueversprechen von ihrem späteren Ehemann Maximilian von Habsburg geschenkt bekam. Ein weiteres interessantes Kapitel hierzu kann man noch heute in der Kunststadt Florenz verfolgen. Hier wählte Piero de’ Medici den Diamantring als persönliches Wappenzeichen, als seine Imprese. Der Sohn von Cosimo und Vater von Lorenzo il Magnifico ließ diesen Ring, geschmückt mit einem einzigen Diamanten und einem Spruchband mit der Aufschrift „SEMPER“, also „immer“, auf allen von ihm verantworteten Bauten, aber auch Alltagsgegenständen anbringen. Mit den Medici verbundene Familien wie die Rucellai übernahmen dieses Zeichen: Wir sehen es noch heute auf der Fassade ihres Stadtpalazzo. Schon zu den Zeiten der Medici war der Diamantring also ein Zeichen für die Ewigkeit – und hat sich als solcher durch die Jahrhunderte gehalten. Hier nun liegt ein Ring der Jahre um 1900 vor, der einen wunderbaren Diamantsolitär im historischen Altschliff präsentiert und wohl auch einmal ein Liebesgeschenk war. Der mehr als ein Karat schwere Edelstein erstrahlt in leicht getöntem Weiß und zeigt mit der Lupe kleine Einschlüsse, die seine Natürlichkeit bezeugen. Die Fassung aus Silber ist schlicht und edel und bringt den Stein optimal zur Geltung. Auf den Schultern begleiten sechs kleinere Diamanten den Solitär und leiten zur schlichten Ringschiene über. Feine florale Gravuren verraten in der Seitenansicht den Einfluss der Belle Époque. Durch seine Stempelung lässt sich der Ring in die Epoche der KuK-Monarchie datieren und in die Stadt Pest (heute Budapest) lokalisieren. Mit dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich war das Kaisertum Österreich im Jahr 1867 in die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn umgewandelt worden. Kaiser Franz Josef I. und seine Gattin Elisabeth, die beliebte Sissi, wurden in der Matthiaskirche in Budapest zu König & Königin von Ungarn gekrönt. Dieser kaiserliche und königliche Staat, eben die KuK-Monarchie, existierte bis 1918 und war ein Vielvölkerreich aus verschiedensten Nationen mit ganz unterschiedlichen kulturellen Traditionen, und die Stadt Budapest avancierte nach Wien zur zweiten Hauptstadt. Ein wunderbarer, auch täglich tragbarer Ring von der blauen Donau, der sich auch nach mehr als 100 Jahren erstklassig erhalten hat. Er ist sofort zu tragen – oder als Geschenk zu überreichen.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

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