A Song of Fire and Ice

Verführerischer Gold-Ring mit Diamant & Rubinen, um 1900

Feuer und Eis, Wärme und Kälte, Begehren und Verzicht – so viele Momente des Lebens erzielen ihren Reiz erst durch den Gegensatz zu ihrem Gegenstück. Auch der hier vorliegende Ring der vorletzten Jahrhundertwende erreicht seine besondere Faszination aus einer solchen Spannung, die aus seinen ausgesucht kostbaren Materialien erwächst. Der Ring ist aus hochkarätigem, leicht rötlichem Gold geschmiedet und präsentiert auf seiner Vorderseite einen traumhaften Edelsteinbesatz. In eine eindrucksvolle Reihe gesetzt leuchten dort sechs feurig rote Rubine mit einem weißen Altschliff-Brillanten um die Wette. Die Edelsteine sind dabei seit jeher mit Bedeutung aufgeladen: Der Rubin wurde durch seine Farbigkeit schon in der klassischen Antike mit der Liebe assoziiert und der Göttin Venus zugeordnet, die die Geschicke der Liebenden lenkt. Der Diamant hingegen symbolisiert Dauer und Beständigkeit. So verwundert es nicht, dass Rubine und Diamanten oftmals in Liebesgeschenken verarbeitet wurden; man denke nur an die berühmte Rubin-Parure Liz Taylors, die Mike Todd ihr schenkte! Doch nicht nur die kontrastreiche Zusammenstellung der Edelsteine macht den Ring ungewöhnlich und schön. Auch die klare Formensprache und seine feine Verarbeitung machen ihn besonders. Die Verarbeitung und Materialwahl des erstklassig erhaltenen Rings lässt uns diesen in die Jahre um 1900 und damit in die Belle Époque datieren.

Der Rubin ist die rote Varietät des Minerals Korund. Korunde begegnen in beinahe allen Farben des Regenbogens, auch ganz farblose Steine sind darunter. Doch während alle diese Steine auch als Saphir angesprochen werden können, sind allein die prächtig roten Steine dieser Mineralgattung Rubine. Unter den Farbsteinen ist der Rubin mit Abstand der wertvollste Stein, allein besonders qualitätvolle pinke, blaue oder grüne Diamanten erzielen heute höhere Preise. Dabei wurden in der Geschichte die besten Rubine stets in Burma gefördert, rund um die Stadt Mogok. Sie zeichnen sich durch eine intensive, pink-rote Farbe aus, die auch als „Taubenblut“ bezeichnet wird. Die besten Steine scheinen dabei wie von einem inneren Feuer heraus zu leuchten, das am besten bei Tageslicht sichtbar ist: Steine, die bei Kunstlicht noch traumhaft rot leuchten, können unter der Sonne wie ausgewaschen wirken. Der Überlieferung nach sind Rubine göttliche, fürstliche Steine. Da ihre Farbe an Blut und loderndes Feuer erinnert, war ihre Verbindung zur brennenden Liebe ganz selbstverständlich. Angeblich verhindern sie sogar Krankheiten und spenden stolzen, frischen Mut. Indische Fürsten ließen sich daher sogar als „König der Rubine“ anreden. Im Gegensatz zu historischen Rubinen sind in den letzten Dekaden geförderte Steine in beinahe allen Fällen hitzebehandelt um ihre Farbigkeit zu verbessern, was dem Preis der Steine indes nicht zuträglich ist.

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