Eroberer Britannies

Viktorianischer Gold Ring mit Achat-Gemme des Kaiser Claudius, England um 1860

Eines der spannendsten Felder im Bereich antiken Schmucks ist das Sammeln von Intaglien und Kameen. Diese oft in harten Stein geschnittenen, vertieften bzw. erhabenen Bildnisse oder Szenen bieten eine so große Fülle von Motiven, dass sich für jedes Interesse eine ganze Welt verschiedenster Inhalte offenbart. Es gibt Gemmen mit Portraits berühmter Personen oder Heroen, Darstellungen von Gottheiten und mythischen Ereignissen, Erinnerungen an persönliche Erlebnisse oder erzählende Szenen aus dem Alltagsleben. Hier nun sehen wir, geschnitten in zweifarbigem Lagenstein, eine erhabene Büste die sich weiß vor einem roten Hintergrund präsentiert. Leicht zu erkennen ist der Profilkopf eines römischen Kaisers mit Lorbeerkrone. Es handelt sich hierbei um den Imperator Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus (10 v. Chr. bis 54 n. Chr.). Der vierte römische Kaiser regierte von 41 n. Chr. bis zu seinem Tod. Claudius galt als zunächst als aussichtsloser Kandidat für die Nachfolge im Kaiseramt, litt er doch der Überlieferung zufolge nach an physischen Gebrechen. Erst die Ermordung seines Neffen Caligula brachte ihn auf den Ceasarenthron. Claudius interessierte sich besonders für die Rechtsprechung und führte bisweilen den Vorsitz in öffentlichen Prozessen. In seine Herrschaftszeit fallen die erste territorialen Erweiterung des Römischen Reiches seit der Zeit des Augustus. Die Provinzen Thrakien, Noriucum, Lycia und Judea wurden annektiert. Sei größter Triumph war allerdings die Eroberung Britanniens. Ab dem Jahr 43 n. Chr eroberten vier Legionen des Kaisers die britische Hauptinsel. Claudius selbst besuchte zum Abschluss der Eroberung seine neugewonnene Provinz, wo in Camulodunum (heute Colchester) ein Tempel zu seinen Ehren geweiht wurde. Die prominente Rolle des Claudius in der britischen Geschichte ist wohl auch der Grund warum er bei als Motiv dieses englischen Gemmenrings gewählt wurde. Der Ring ist in den Jahren um 1860 gefertigt worden, als in der Viktorianischen Gesellschaft Gemmenschmuck bei beiden Geschlechtern populär war. Die Wahl des Motivs hatte dabei eine leicht verständliche Aussage: Die Zeitgenossen waren davon überzeugt, dass mit der Thronbesteigung von Queen Victoria die „Pax Britannica“ angebrochen sein, die dem British Empire eine anhaltende Friedenszeit bringen würde, wie sie im alten Rom zur Zeit der ersten Kaiser geherrscht hatte. Der aus 9-karätigem Ring fand in London zu uns, wo er in den Jahren um 1860 vermutlich auch entstand.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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