Ein Schiffchen voller Edelsteine

Viktorianischer Goldring mit Rubinen & Diamanten, Großbritannien um 1895

Luxus, Lebensfreude und die Feier an der Schönheit waren der letzten Jahre des 19. Jahrhunderts: Die Belle Époque schwelgte in Reichtum und Glanz: Im Moulin Rouge in Paris tanzten die schönsten Tänzerinnen der Welt, auf der Ringstraße in Wien trafen sich die verliebten Paare der Gesellschaft, auf den Bällen in den eleganten Hotels der britischen Hauptstadt London strahlten die Roben und die Diamanten der Damen um die Wette. Der hier vorliegende prachtvolle Ring entstammt dieser Epoche der Schönheit und des Glanzes. Der schiffchenförmige Ringkopf ist mit sechzehn Diamanten in historischen Schliffen besetzt. Ein wundervoll leuchtender Rubine schmücken die Ringschultern und die Mitte des Ringkopfes. Neben dem sternenweißen Funkeln der Diamanten kommt das feurige Rot des Rubins besonders schön zur Geltung. Zusammen dem warmen Glanz des hochkarätigen Goldes ergibt so eine harmonische Komposition. Der Ring ist in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden und sehr gut erhalten. Er ist flach gearbeitet, so dass er sich angenehm trägt. Die Ringschiene mit Galierieunterkaderung besteht aus hochkarätigem Gelbgold und die Steine sind alle samt á jour gefasst. Ein prachtvoller Ring des Viktorianischen Zeitalters, heute genau so attraktiv wie vor mehr als 120 Jahren.

Der Rubin ist die rote Varietät des Minerals Korund. Korunde begegnen in beinahe allen Farben des Regenbogens, auch ganz farblose Steine sind darunter. Doch während alle diese Steine auch als Saphir angesprochen werden können, sind allein die prächtig roten Steine dieser Mineralgattung Rubine. Unter den Farbsteinen ist der Rubin mit Abstand der wertvollste Stein, allein besonders qualitätvolle pinke, blaue oder grüne Diamanten erzielen heute höhere Preise. Dabei wurden in der Geschichte die besten Rubine stets in Burma gefördert, rund um die Stadt Mogok. Sie zeichnen sich durch eine intensive, pink-rote Farbe aus, die auch als „Taubenblut“ bezeichnet wird. Die besten Steine scheinen dabei wie von einem inneren Feuer heraus zu leuchten, das am besten bei Tageslicht sichtbar ist: Steine, die bei Kunstlicht noch traumhaft rot leuchten, können unter der Sonne wie ausgewaschen wirken. Der Überlieferung nach sind Rubine göttliche, fürstliche Steine. Da ihre Farbe an Blut und loderndes Feuer erinnert, war ihre Verbindung zur brennenden Liebe ganz selbstverständlich. Angeblich verhindern sie sogar Krankheiten und spenden stolzen, frischen Mut. Indische Fürsten ließen sich daher sogar als „König der Rubine“ anreden. Im Gegensatz zu historischen Rubinen sind in den letzten Dekaden geförderte Steine in beinahe allen Fällen hitzebehandelt um ihre Farbigkeit zu verbessern, was dem Preis der Steine indes nicht zuträglich ist.

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