Eine Melodie der Liebe

Romantischer Ring des Biedermeier mit Rubellit & Perlen in Gold, um 1820

Der hier vorliegende Ring war einst ein Liebesgeschenk. Klopfenden Herzens überreicht, vielleicht sogar mit zitternder Hand, sollte er die Beschenkte der innigen Gefühle des Schenkenden versichern. Welch große Freude muss er ausgelöst haben, als er einst überreicht wurde! Denn liebgeschätzt wurde er sehr: Wie hätte der Ring sonst nun schon 200 Jahre überdauert? Woher wir dies ahnen können? Das elegante Schmuckstück des frühen 19. Jahrhunderts gibt hierzu zahlreiche Hinweise: Da sind einmal die Materialien des aus Gold schmiedeten Ringes. Ein ovaler Rubellit, die rote Varietät des Turmalin, besetzt das Zentrum des Entwurfes in einer geschlossenen Spiegelfassung. Ein Kranz aus Perlen, weiß und rein, umgibt den großen Stein in der Farbe der Liebe. Die Farben verweisen also bereits auf das Thema, das hier in kostbarem Glanz wie ein eingängiges Musikstück dargeboten wird. Die fein gearbeitet Ringschiene fächert sich an Schultern elegant auf und zeigt mittig weitere Perlen. Der Ring der Jahre um 1820 hat sich bis heute exzellent erhalten was bei der Dauer der vergangenen Zeit beinahe wie ein kleines Wunder erscheint. So raunt er uns noch immer, leise, doch verständlich, eine Melodie der Liebe zu.

Heute assoziieren wir mit Granatschmuck hauptsächlich die typischen Sterne und Blüten des Historismus, dunkel glühend aufgefasst mit zahllosen tiefroten Granatrosen. Doch schon zuvor, bereits im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert war der Granat einer der beliebtesten Schmucksteine. Die Goldschmiede der Jahre von etwa 1780 bis 1820 etwa liebten Granate mit flacher Tafel und setzten sie in rückseitig geschlossene Fassungen vor rot eingefärbte Metallfolien, um so ihre reiche Farbe noch einmal zu verstärken. Zur Geschichte des Granatschmucks im 18. Jahrhundert vgl. Ginny Redington Dawas/Olivia Collings: Georgian Jewelry 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 40–41. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dann vor allem in Großbritannien und Frankreich große Almandingranate im Cabochonschliff in Gelbgold zu wunderbaren Schmuckstücken gefasst. Die großen Steine vor allem aus Indischen Fundstätten passten zum Zeitgeschmack, der große, voluminöse Schmuckstücke in starken Farben liebte. Sehr schöneBeispiele für diese Mode finden sich bei David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 122, S. 124, S. 131, S. 132 ff. Jene Form des Granatschmucks, die wir heute am häufigsten mit diesem Stein verbinden – Sterne und Blüten, die aus unzähligen, dicht an dicht gesetzten Granaten bestehen – entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) bekam im Jahr 1854 auf ihrer Hochzeitsreise im Kronland Böhmen einige dieser Schätze der böhmischen Bergwerke geschenkt. Aus diesen Granaten ließ sich die Kaiserin eine ganze Parüre, also ein umfangreiches Schmuckset, herstellen und präsentierte sich im Glanz der Granate auf einem Hofball der Wiener Gesellschaft. Schon am nächsten Tag soll - so will es die Erzählung - ein wahrer Ansturm auf Schmuckstücke mit den Feuerdrachen ausgebrochen sein. Alle Damen Wiens wollten böhmischen Granatschmuck besitzen.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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