Katharina die Große

Seltene Geschenkbrosche aus Gold, Silber & Diamanten, Vasily Kangin, St. Petersburg um 1900

An den großen (und kleinen) Höfen Europas war und ist es gang und gebe, zu großen und kleineren Gelegenheiten Schmuckstücke zu verschenken, für treue Dienste, große Taten oder kleinere Gefälligkeiten. Diese Geschenkschmuckstücke, oft Broschen, Anstecknadeln oder auch Manschettenknöpfe, galten als ehrenvolle Auszeichnungen für alle Fälle, in denen kein Orden verliehen werden konnte oder sollte. Hier nun liegt eine seltene, kostbar ausgestattete und in exzellenter Qualität ausgeführte Brosche vor, welche sicher einst als solch ein Geschenk überreicht wurde, am Zarenhof in St. Petersburg. In einem Rahmen aus funkelnden Diamanten im Altschliff ist vor rot emailliertem Grund Katharina die Große dargestellt. Sie blickt nach rechts, in flachem Relief ist die Zarin in barocker Pracht gezeigt, mit wallenden Locken und großem Décolleté. Um sie herum nennen goldene Lettern ihren Namen und Titel: „Б М ЕКАТЕРИНА II ІМП ИСАМОД ВСЕ РОСС“ – „Von Gottes Gnaden Katherina II. Kaiserin und Autokratin von ganz Russland.“ Die Brosche wirkt, als wäre eine Münze zum Schmuckstück geworden, ja, als habe der Goldschmied eine Goldmünze ausgesägt und auf Emaille montiert. Tatsächlich entstanden während der Regierung Katharinas Goldmünzen mit ihrem Bildnis in genau dieser Form, mit langer Locke und Hermelinschultern, z.B. auf der 10 Rubel Goldmünze. Und auch auf der Rückseite der Brosche wird dieser Eindruck wiederholt, wo das Mongramm Katharinas zu sehen ist, wie es auf einigen Kopekenstücken ihrer Regierungszeit geprägt wurde. Die Größe aber der Darstellung lässt keinen Zweifel zu: Es handelt sich um keine Münze, sondern eine absichtsvoll für die Brosche angefertigte Darstellung. Sog. Münzbroschen waren im St. Petersburg der Jahrhundertwende recht beliebte Geschenke. Wir bilden anbei eine Seite aus dem Katalog Géza von Habsburg (Hg.): Fabergé – Cartier. Rivalen am Zarenhof. München 2003, S. 286, auf der zwei Broschen und ein Paar Manschettenknöpfe zu sehen sind, welche in ähnlicher Weise in der Werkstatt von Karl Fabergé entstanden. Die hier vorliegende Brosche ist von Vasily Kangin gefertigt und signiert worden, einem Goldschmiedemeister, der als großer Konkurrent Fabergés ebenfalls in St. Petersburg ansässig war. Die Punzen der Brosche verraten zudem, dass sie im kurzen Zeitraum zwischen 1889 und 1908 entstanden ist, denn nur in diesen Jahren wurden die hier eimgeschlagenen Punzen verwendet. Später wurde die Brosche dann nach Frankreich importiert, wo erneut Import-Punzierungen aufgebracht wurden. Zu uns dann kam das zaristische Geschenk aus England, wo viele Mitglieder des russischen Adels nach der Oktoberrevolution Zuflucht und Exil gefunden haben.

Russland an der Schwelle zum 20. Jahrhundert: Unter dem letzten Zar der Romanov-Dynastie, Nikolaus II. und seiner Gattin Alexandra, erlebt das Land – trotz aller Widrigkeiten – noch einmal eine kulturelle Blüte. In St. Petersburg feiert der sagenhaft reiche Adel in seinen Palästen. Künstler wie Tolstoi, Tschechow und Tchaikovsky schaffen Meisterwerke, die bis heute Inbegriff der russischen Seele sind. Carl Fabergé, geb. 1846 in St. Petersburg, avancierte mit den von ihm hergestellten Schmuckstücken, allem voran den weltbekannten Fabergé-Eiern, zum Hofjuwelier der russischen Zaren und versorgte um 1900 ganz Europa mit kostbarem und exzeptionellem Luxusschmuck. Der Name Fabergé ist zum Synonym der verschwenderischen Pracht der Epoche um die vorletzte Jahrhundertwende geworden. Seine Kreationen, meist in farbenprächtigem Email, wurden schnell zu einem nicht wegzudenkenden Statussymbol der Reichen und Schönen. Selbst Cartier in Paris kopierte die Entwürfe aus St. Petersburg und brauchte lange, um sich aus dem Schatten des Konkurrenten zu befreien. Fabergé war jedoch nicht der einzige Goldschmied und Juwelier in der reichen Stadt des Zaren. Zahlreiche weitere Werkstätten wie Bolin, Britzin, und Köchlin buhlten um die Gunst des Publikums und ihre Konkurrenz führte zu einer ausnehmend hohen Qualität der Schmuckstücke dieser Epoche in Material und Verarbeitung.

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