Wettstreit der Künste

Seltene antike Muschelgemme in Gold des Klassizismus, um 1830

Malerei oder Bildhauerei, welche der Künste wird die Gunst Apolls gewinnen? Der Wettstreit der Künste ist eine Konkurrenz, der seit der klassischen Antike die europäischen Künstler bewegte (Siehe auch: „Erfahren Sie mehr“). Besonders in der frühen Neuzeit traten Maler und Bildhauer in einen Wettbewerb, der in der Kunsttheorie und auch in manifestartigen Kunstwerken ausgefochten wurde. Stets ging es darum sich zu beweisen, den Vorrang der eigenen Kunst vor den übrigen Kunstgattungen zu behaupten und den Lorbeerkranz vor seinen Künstlerkollegen zu gewinnen. Die hier vorliegende, große und ausgesprochen seltene Muschelkamee ist ein Zeugnis dieses mal spielerischen, mal ernsten Streits – und zugleich ein selbstbewusster Vorschlag, Den Zwist der Kunstgattungen zu lösen: Denn wir sehen die Personifikationen beider Künste vor Apoll vereint vor uns. Die Malerei steht auf der linken Seite, mit Pinseln und Palette in der Hand, vor einer Staffelei. Auf der rechten Seite reicht ihr die Bildhauerei die Hand. Sie trägt einen Hammer; ihr Werk, der Apoll vom Belvedere, steht im Hintergrund. Apoll selbst, der oberste Gott der Künste, regt beide dazu an, sich in Freundschaft zu vereinen. Er krönt sowohl die Malerei als auch die Bildhauerei mit einen Lorbeerkranz und bestimmt so, dass beide Künste gleichrangig seien. Der Gemmenschneider, der diese außergewöhnliche Szene ganz im Geist der klassischen Kunst in den Jahren um 1830 schuf, hatte dabei natürlich etwas ganz eigenes im Sinn: Indem er den Wettstreit der Künste für beendet erklärte, führte er das Medium seiner eigenen Kunst, die zum Relief geschnitzte Muschel, als Siegerin der Künste ein: Denn ist eine so perfekt und detailreich geschnittene Muschelkamee wie diese nicht beides zugleich, ein Werk der Malerei und der Bildhauerkunst? So flach ist das Relief, und zugleich so reich an plastischem Effekt und Farbtonwerten, dass es geradezu zu beiden Künsten dazuzugehören scheint. Eine zarte Goldfassung mit zarten floralen Gravuren rahmt die Muschel schlicht und macht sie als Brosche tragbar. Das Schmuckstück, das wir im Rheinischen erwerben konnten, das jedoch in Italien hergestellt worden ist und dort wohl von einem Reisenden der Grand Tour mit in den Norden gebracht wurde, ist erstklassig erhalten und aufgrund seiner seltenen Szene ein echtes Sammlerstück.

Der Wettstreit der Künste ist in der Kunstgeschichte als „Paragone" bekannt. Seine Geschichte, die sich besonders in teils trickreichen, stets klugen und oft überraschenden Kunstwerken nachverfolgen lässt, ist äußerst interessant und für die Forschung immer wieder von Interesse. Die Kunstwerke, mit welchen Künstler in diesem Wettstreit Position beziehen wollten, können einen direkten Vergleich zwischen den Künsten anstellen, oder aber die besonderen Eigenschaften ihrer Gattung thematisieren, welche sie über die jeweils andere Gattung erheben sollen. Während die Malerei ihre illusionistischen Fähigkeiten, ihren Erfindungsreichtum und die Möglichkeiten der Nachahmung der Natur mit Mitteln der Perspektive und der Farbe ins Feld führte, berief sich die Bildhauerei auf ihre Mehrdimensionalität, die haptischen Qualitäten und ihre Materialität. Reiner Schein sei die Malerei, während die Bildhauerkunst das Sein verkörpere. Die Malerei hingegen verspottete die Bildhauerei als staubiges handwerkliches Metier, das nicht an die intellektuelle Leistung der Maler herankomme. Vgl. mehr zu diesem Thema unter http://www.projekte.kunstgeschichte.uni-muenchen.de/Paragone/ebene_2_paragone.html

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