Ein Gebet für die Kirche

Seltener Gemmen-Ring mit Bildnis von Papst Pius VII. in Gold, um 1820

Die katholische Welt lag in Trümmern. Ende 1799 war Papst Pius VI. in Gefangenschaft in Frankreich gestorben. Napoleon hatte Italien erobert, der Kirchenstaat existierte nicht mehr. In Frankreich hatte die Kirche schon in der Revolution allen Besitz verloren. Nun hatten die Kardinäle selbst aus Rom fliehen müssen. In Venedig, auf der Insel von San Giorgio Maggiore, versammelten sich die Flüchtigen im Exil, beschützt vom Kaiser von Österreich, um zu beraten, was aus der Weltkirche werden solle. Die Zukunft sah düster aus. Gewählt wurde schließlich Luigi Chiaramonti und als Pius VII. im März 1800 zum Papst gekrönt. Als Theologe und Benediktiner war er eher ein Mann des Gebetes statt der Tat – und musste doch in den kommenden Jahren mit aller Kraft versuchen, die schiere Existenz der Kirche gegen Napoleon zu verteidigen. Höhepunkt seiner Machtlosigkeit war die Krönung Napoleons in Paris, der er beiwohnen musste, ohne Handeln zu dürfen: Napoleon setzte sich die Krone selbst auf den Kopf, da er nicht von des Papstes Gnaden, sondern allein aus eigener Gewalt Kaiser sein wollte. Jene Jahren müssen eine schwere Zeit für jeden gläubigen Katholiken gewesen sein. Offenbar verspürten nicht wenige den Drang, dem Papst und der Kirche in Gebet und noch darüber Hinaus nahe zu sein. Der hier vorliegende Ring ist ein Objekt, dass uns an diesen Moment der Geschichte zurückführt. Der fein verarbeitete Ring aus Gold fasst eine detailreich geschnittene Muschelkamee eines Mannes im Gebet. Tatsächlich ist dies ein Bildnis des Papstes - Pius VII. ist im Gebet versunken, vor dem Kruzifix und einer Malerei der Madonna. Ein zeitgenössischer Stich belegt diese Identifikation. Offenbar betet er für das Wohl seiner Kirche, deren Schicksal auf ihm lastete. Der Ring, dessen Gestaltung mit den eleganten Gravuren in Blütenformen ganz auf der Höhe der Zeit entworfen ist, muss somit als Zeichen gedacht worden sein: Er war ein Zeichen der Sympathie und des Unterstützungswillens der Kirche. Ob es eine Frau war oder ein Mann, der ihn zuerst trug, wissen wir nicht. Doch egal ob Mann oder Frau: Noch heute, mehr als 200 Jahre nach seiner Entstehung, erzählt er uns eindrucksvoll von einer Zeit der Umbrüche und Schicksalsschläge.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte Anspruch beinahe aller großen Sammlungen: Wir finden spektakuläre Stücke ebenso im Grünen Gewölbe in Dresden, in der Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu den großen privaten Sammlungen wie der des Baron Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, welche die antike Bildsprache der Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen. So waren sie nicht zuletzt auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Geschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige professionelle Ausbildungsstätte für Gemmenschneider, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt als Sujet beinahe ganz verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.