Ein sanft gehauchter Liebesschwur

Seltenes Rubin- & Diamant-Armband des Klassizismus, um 1790

Feinheit und Finesse, Leichtigkeit und Eleganz – Schmuck früherer Generationen hat oft so ganz andere Ziele als moderne Stücke. Nicht durch große Mengen Material wollten die Goldschmiede unserer Ahnen beeindrucken, sondern durch die Kunstfertigkeit und Zartheit ihrer Schöpfungen begeistern. Das hier vorliegende Armband, ein leuchtendes Meisterwerk des späten 18. Jahrhunderts ist da keine Ausnahme. Nach der verspielten Leichtigkeit der Formenwelt des Rokoko setzte sich mit dem Ende des Ancien Régime in Frankreich und wenig später auch im Rest Europas ein ruhigerer und teilweise gravitätischer Stil durch. Als Abkehr von der Diesseitigkeit des höfischen Lebens sollte die Antike wieder neu die Richtschnur sein. Auch im Bereich des Schmucks wurden nun, im Zeitalter des Klassizismus, klare und elegante Entwürfe gesucht. Das Rubin- und Diamant-Armband ist daher als eine Folge geometrischer Elemente aufgebaut. Quadrate aus Diamanten in Silberfassungen rahmen je einen roten Rubin. Sie sind abwechselnd mit aus feinem Gold geschmiedeten Rubin-Rechtecken zum Armband zusammengesetzt. Wir fühlen uns an die architektornischen Ornamente antiker Tempel erinnert, die geometrischen sich wiederholenden Friese der Gebälke etwa. Alle Elemente sind beweglich miteinander verbunden. Hierdurch legt sich das Armband weich und angenehm um den Arm. Zusammen mit der ungewöhnlich feinen und delikaten Verarbeitung führt dies dazu, dass schon nach kurzer Zeit das Band kaum mehr als ein sanfter Hauch am Arm zu bemerken ist: Ein kostbarer, glänzender Hauch allerdings, in der rubinroten Farbe der Liebe und dem weißen Diamantglanz der Ewigkeit. Ganz in der zeittypischen Weise sind Rubine und Diamanten in das ihrer Farbe je am besten schmeichelnde Metall gesetzt. Rückseitig sind dabei alle Elemente aus Gold gefertigt, damit auf der Haut oder dem Stoff des Handschuhs es zu keinen Verfärbungen kommt.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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