Wie wird mich nach der Sonne frieren!

Silberbrosche mit Emailportrait einer Italienerin, um 1880

„O, Wie wird mich nach der Sonne frieren! Hier bin ich ein Herr, daheim ein Schmarotzer." (Albrecht Dürer in einem Brief an Pirckheimer, Venedig, Oktober 1506) Italien ist seit Jahrhunderten das Sehnsuchtsland der Deutschen. Schon Albrecht Dürers Ausspruch zeigt, wie sich der Künstler im warmen Süden wohler und wertgeschätzter fühlte als daheim. Offenbar nahmen in Italien Kunst und Künstlertum einen anderen Stellenwert ein als in Deutschland. Dürer war in Nürnberg zwar als Handwerker geschätzt, aber ihm wurde nicht jenes höhere Ansehen zuteil, das ihm in Italien galt. Aus den Briefen an Wilibald Pirckheimer weiß man, dass Dürer mindestens zweimal in Italien war und dort wunderbare Werke schuf. Unter anderem das Portrait einer schönen Venezianerin, die später die alten 5-DM Scheine der Bundesrepublik zieren sollte. Um diese junge unbekannte Frau ranken sich zahlreiche Gerüchte und es wird nie ganz zu klären sein, in welchem Verhältis der Nürnberger Meister und die italienische Schönheit standen... Das Bild der schönen Italienerin zieht sich seit jener Zeit durch die Kunstgeschichte und nimmt seinen Höhepunkt im ausgehenden 19. Jahrhundert. Aufgeladen mit allerlei Bedeutungsebenen sah man im Idealtypus der Italienerin eine sittsame, rassige und bewunderungswürdig geheimnisvolle Erscheinung, die schnell nicht nur Erinnerungen an schöne Urlaube wachhielt sondern bald als genuin bildwürdiges Motiv fest verankert war. In der hier vorliegenden kleinen Silberbrosche des späten 19. Jahrhunderts scheinen die oben geschilderten Emotionen eingefangen zu sein. Wir sehen in wundervoller Emailmalerei eine junge Italienerin in regionaltypischer Tracht. Ein rotes Kopftuch vermag ihr wallendes Haar kaum zu bändigen und ihre vornehm weiße Haut ordnet sie einem höheren Stande zu dem ihre prachtvolle Halskette korrespondiert. Ein antikisierender Perlstab rahmt die Malerei und eine Nadel macht den kleinen Tondo als Brosche tragbar. Das farbenfrohe Schmuckstück ist ein wunderbares Geschenk für alle Liebhaberinnen der Künste und des Landes, in dem die Zitronen blüh´n!

Die Reise in die Vergangenheit hat bis in unsere Gegenwart ihren Reiz behalten. Immer wieder neu beschäftigen sich Künstler und Gestalter mit den Moden und Formen vergangener Zeiten: Nicht nur die Postmoderne lebte vom Rekurs auf die Antike, auch Picasso liebte die Klassik und der Punk Vivienne Westwoods den Barock. Im 19. Jahrhundert war die Begeisterung für die Vergangenheit sogar noch größer. Die Menschen der Zeit verbanden mit den unterschiedlichen Kunststilen ihrer Vorfahren ganz konkrete Eigenschaften. Für die Schlösser des Adels verwendete man den Barock, um Glanz und Größe auszudrücken. Kirchen entstanden gern im Stile der Gotik, galt doch das Mittelalter als besonders gläubige Epoche – und dem Bürgertum war die Zeit der Renaissance besonders lieb. Diese Epoche der freien Städte mit ihrer Regierung freier Bürger, reicher Händler und Kunstmäzene wie den Fugger in Augsburg oder den Medici in Florenz übte auf die aufstrebende Schicht der Händler und Fabrikanten des 19. Jahrhunderts einen besonderen Reiz aus. Sie erkannten sich selbst und ihren Wunsch nach Teilhabe und Bedeutung im Staate in den Persönlichkeiten der Vergangenheit wieder, ließen sich im Stil der Vergangenheit malen und kauften auch Schmuck im Stil der Renaissance.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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