Reichtum aus der Unterwelt

Spektakuläre Muschelkamee des Pluton in Gold, um 1880

Was für ein meisterlicher Schnitt! Der hier vorliegende, große Muschelkameo ist von außergewöhnlicher Qualität. Wie ein Marmorbild steht das energische Haupt des antiken Gottes Pluton vor unseren Augen. Scharf ist noch das kleinste Detail wiedergegeben, klar grenzt sich das Bildnis vom Hintergrund ab. Die Locken, der Blick, die prachtvolle Nase – selten haben wir eine so erstklassige Gemme anbieten können. Pluton, lat. Pluto, war in der griechischen Mythologie der Gott der Unterwelt. Dabei herrschte er im Reicht der Toten, doch verwaltete auch die unterirdischen Schätze wie Gold, Silber und die Edelsteine. So galt Pluton nicht, wie man leicht denken könnte, als finstrer strafender Gott. Ganz im Gegenteil, verehrten ihn die Menschen als Spender von Schätzen und Hüter der Toten. Allein jenen war er nicht wohl gesonnen, welche Reichtümer egoistisch an sich rafften oder sie wahllos und damit Unheil stiftend verschleuderten. Für ein Schmuckstück ist das Bildnis des Pluton als Hüter der Schätze daher mehr als passend. Gefasst wird die große Muschel von einem Rahmen aus Gold. Zarte, aufgelötete Kordeln und Kugeln gliedern die gewölbte Rahmung. Eine rückseitige Nadel lässt das Stück als Brosche tragbar sein. Die erstklassig erhaltene Brosche ist in den Jahren um 1880 entstanden. Dies bezeugen zum einen die Rahmung, welche Elemente des sog. Archäologischen Stils aufnimmt (vgl. „Erfahren Sie mehr“) sowie der Schnitt der Gemme mit dem beigestellten Schriftzug auf Latein. Zugleich lässt sich in dieser Zeit ein allgemeines, neues Interesse an der Darstellung des Pluton in den Künsten beobachten, angefeuert von den Theoretikern des Symbolismus: Die Verbindung von Unterwelt und funkelnden Schätzen scheint auf die Menschen dieser Jahre eine besondere Faszination ausgeübt zu haben. Doch fasziniert sie nicht auch noch heute?

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Formen wirklich antiken Schmucks noch unbekannt. Weder in der Renaissance, noch im Klassizismus hatten Ausgrabungen echten Schmuck der Alten hervorgebracht. Die Entwürfe dieser Epochen waren lediglich Annäherungen an ein Ideal gewesen, das man sich aus anderen Zusammenhängen wie der Architektur erschließen musste. Mit der Entdeckung echten etruskischen Schmucks ab den 1820er Jahren in Italien änderte sich dies schlagartig. Prinzessin Alexandrine von Canino etwa war dafür bekannt, gern einige auf ihrem Landsitz bei Rom gefundene original etruskische Schmuckstücke zum Neid ihrer Freundinnen zu tragen. Doch die Zahl der Stücke, die ja alle Zufallsfunde waren, bleib gering und originalen, Jahrtausende alten etruskischen Schmuck konnte weiterhin nur ein Bruchteil der Damen besitzen. Daher begannen die Goldschmiede jener Jahre schon bald, Schmuckstücke nach nun endlich bekannten antiken Formen herzustellen. Besonders Pio Castellani aus Rom und seine Söhne taten sich hier hervor und gestalteten Schmuck, der ab der Mitte des Jahrhunderts zu einem in ganz Europa bekannten Markenzeichen und einer wahren Mode wurde. In Deutschland und Österreich entstanden entsprechende Stücke ab den mittleren 1860er Jahren.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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