Urbi et Orbi

Staunenswerter Armreif mit Mikromosaik des Petersplatzes, Rom um 1830

Ein exquisites Mosaik des 19. Jahrhundert, ein Andenken von einer Grand Tour durch Italien ist der Mittelpunkt des hier vorliegenden antiken Armbandes. Das ovale Mosaik zeigt die wohl wichtigste Sehenswürdigkeit und Pilgerstätte der Stadt Rom: Den Petersdom mit dem Petersplatz. Von einem leicht erhöhtem Standpunkt aus blicken wir auf die „Platea Sancti Petri“. Rechts und links rahmen die Kolonnaden des Bernini den Blick; rechts im Hintergrund sehen wir den Papstpalast. Mittig ragt der antike Obelisk empor, in dessen Spitze der Sage nach die Asche Caesars aufbewahrt wird und der „indulgenza plenaria“, also ewigen Ablass, verspricht, wenn man ihn berührt. Da wir den Petersplatz zudem noch ohne die in den 1850er Jahren installierte Gasbeleuchtung sehen, die in großen Kandelabern um den Obelisken herum gruppiert wurde, können wir das Mosaik in die erste Jahrhunderthälfte datieren. Aus winzigen Glassteinchen gelegt, farblich fein abgestuft und ausgesprochen detailreich, begeistert die Darstellung bis heute. Mikromosaike wie dieses waren immer begehrte Kunstkammerstücke und Sammelobjekte, die nicht nur handwerklich beeindrucken, sondern auch Ausweis der eigenen Bildung waren. In einer Zeit ausgeführt, in der eine Italienreise ein kleines Vermögen kostete und die Ansichtskarte für die lieben Daheimgebliebenen noch nicht erfunden war, waren Souvenirs wie dieses genau das, was wohlhabende Reisende in Rom erwarben. Neben Stichen Piranesis und originalen römischen Antiken bzw. deren Gipsabgüssen, entwickelte sich das Mikromosaik zum „must-have“ des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, der Epoche der großen Bildungsreisen. Ein breiter Reif aus rotvergoldetem Silber macht das Mikromosaik tragbar. Seine floralen Gravuren lassen uns das Schmuckstück stilistisch in die Jahre um 1830 datieren. Der Armreif ist praktischerweise in zwei verschiedenen Längen zu tragen und lässt sich dazu wie ein Gürtel öffnen

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L’arte del micromosaico fra ’700 e ’800, Mailand 2001.

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