Ehebruch unter Göttern

Venus und Mars in der Schmiede des Vulkan, Muschelkamee in Gold um 1870

Eine ungewöhnliche Kamee mit einer folgenreichen Szene der griechischen Mythologie kommt in diesem Angebot zur Vorstellung: In sehr schönem, detaillierten Schnitt ist die Schale einer Carneolmuschel dazu genutzt, ein bekanntes Thema des Altertums zu variieren, das durch die Jahrhunderte hindurch von verschiedenen Künstlern aufgegriffen wurde, ist es doch besonders delikat: Auf unserer Muschelgemme sehen wir zur linken den Schmiedegott Vulkan in seiner Schmiede, auf einem Amboss hämmernd, während seine Frau, die halbnackte Venus, sich neben ihm niedergelassen hat. Doch ihre Aufmerksamkeit der Frau gilt nicht den Waffen, die ihr Ehemann Vulkan schmiedet – sondern vielmehr dem jungen Mann, der von rechts die Szene betritt und sich durch seine Attribute als der Kriegsgott Mars ausweist! Der Amorknabe, ständiger Begleiter der Liebesgöttin Venus, macht dies durch eine aufgeregte Geste deutlich. Er weist auf den athletischen Mann, der sich durch einen hervorragenden, aufrechten und definierten Körperbau besonders vom gebeugten und ältlich wirkenden Vulkan abhebt. Und die Erscheinung des schönen Mars scheint seine Wirkung nicht zu verfehlen. Der Blick der beiden Gottheiten trifft sich über dem Amorknaben und der Ehebruch, der in dieser Szene seinen Anfang nimmt und von dem Homer berichtet, nimmt seinen Lauf: Venus wird eine Affäre mit Mars beginnen und Vulkan als der gehörnte Ehemann zurückbleiben. Die Muschel zeigt das interessante Motiv aus der Sagenwelt der griechischen Antike in grandioser Umsetzung. Eine britische Fassung aus Gold, wie die Muschel in den Jahren um 1870 entstanden, macht die Szene zur Brosche.

Antike Gemmen und Kameen zu besitzen war über Jahrhunderte der Anspruch beinahe aller großen kunstgewerblichen Sammlungen und Wunderkammern, vom Grünen Gewölbe in Dresden angefangen über die Schatzkammer Rudolf II. bis hin zu großen privaten Sammlungen wie die des Baron von Stosch in späterer Zeit. Das 18. und 19. Jahrhundert brachte zahlreiche große Abdrucksammlungen antiker Siegelsteine und Gemmen hervor, die die antike Bildsprache der antiken Glyptik beinahe in ihrer Gesamtheit darstellen konnten, waren sie doch auch Ausdruck einer humanistischen Bildung. Oft waren Figuren des olympischen Götterhimmels oder mythologische Szenen das Thema der Darstellungen. In besonderem Maße wichtig für die Vermittlung von Stein- und Muschelschnitten nördlich der Alpen waren seit jeher Italienreisende, die Abdrücke und geschnittene Steine sowie gravierte Muscheln von ihren Bildungsreisen nach Hause brachten um sich an den Gecschichten, die die Muschelschalen erzählen konnten zu erfreuen. Die Kunst des Gemmenschneidens hat bis heute in Italien, besonders in der Bucht von Neapel erhalten, wo sie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Heute ist die Scuola dei Cammei in Torre del Greco die weltweit einzige groß angelegte Ausbildungsstätte für Gemmenschneider in Italien, wobei sich jedoch leider die mythologische Themenwelt verloren hat.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


5 Gründe, die Sie zum Strahlen bringen!

Noch keine Artikel angesehen