Des Pudels Kern

Viktorianischer Anhänger mit zwei „Essex Crystals“ in Gold, Großbritannien um 1890

Auf dem seinem berühmten Osterspaziergang trifft Doktor Faust auf einen schwarzen Pudel, der ihn bis in sein Studierzimmer begleitet. Vor seinen Augen verwandelt sich das Tier in Mephisto – und Faust ruft erstaunt aus: „Das also war des Pudels Kern.“ Bis heute wird Ausdruck verwendet, um auf den wesentlichen Punkt eines Sachverhaltes hinzuweisen. Die Schulbildung lässt den deutschen Betrachter des vorliegenden Anhängers unwillkürlich an diese Szene aus Goethes Hauptwerk denken. Der Schöpfer, der das Schmuckstück vor etwa 130 Jahren im Medium des Essexs Crystal schuf, hatte sicherlich alles andere als den Leibhaftigen im Sinn, als er sich an die Arbeit machte. Vielmehr ging es ihm wohl um das realistische Porträt eines tierischen Gefährten. Und ganz ehrlich, wie er uns so mit gelben Schleifchen im Haar und rausgestreckter Zunge anschaut, da erobert er sich schnell einen Platz in unseren Herzen. Der Anhänger fasst zwei Kristallschnitte des Hundes, die mit einer schillernden Platte aus Perlmutt hinterlegt sind. Auf der einen Seite sehen wir den Hundekopf frontal, während die andere Seite das ganze Tier in Seitenansicht wiedergibt. Stolz steht der Pudel dort auf dem grünen Rasen. Das Fell ist ordentlich in der sogenannten Löwenschur gestaltet, so wäre er bereit auf einer Hundeschau zum Sieger gekrönt zu werden. Und wer weiß? Vielleicht war ein solcher Sieg einst der Anlass, zu dem eine stolze Besitzerin ihren Champion in diesem Schmuckstück verewigen ließ. Die beiden Essex-Kristalle sind in hochkarätiges Gold gefasst, die Formensprache der Fassung und ihre Details lässt uns das Stück in die Jahre um 1890 datieren. Der Anhänger gehört zu unseren Lieblingsstücken, er ist perfekt gearbeitet, dabei ungewöhnlich, etwas skurril und gerade dadurch ein ganz besonderes Objekt! Können Sie unsere Vorliebe nachvollziehen?

Die genauen Ursprünge des Essex Crystal sind unbekannt, doch erlebte diese Form des Schmuckes mit der Darstellung von Hunden, Katzen, Pferden und Jagdmotiven zur Mitte des 19. Jahrhunderts in England ihren Höhepunkt. Die handwerklichen Herausforderungen die dabei nötig waren, um den lebensnahen Realismus der Abbildungen zu erreichen, waren enorm und konnten nur von Spezialisten gemeistert werden. Die kleinen Miniaturen wurde mit Hilfe einer Reihe von Techniken und Schritten erzeugt. Zu Anfang wird ein klaren Bergkristall oder ein Stück Glas zu einem Cabochon geschliffen, mit einer gewölbten Vorderseite und einer flachen Rückseite. Sodann wird das Motiv als negativ Form oder Intaglio in die Rückseite geschnitten um den erwünschten dreidimensionalen trompe l’oeil Effekt zu erreichen. Als nächstes wird die so erhaltene Abbildung in mühsamer Handarbeit ausgemalt bei der selbst kleinste Details mit bewunderungswürdiger Naturtreue wiedergegeben werden. Schließlich wird die Darstellung mit einen dünnen Hintergrund z. B. aus Perlmutt versehen und der Kristall in Gold gefasst, um in einem Schmuckstück verwendet werden zu können.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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