Wenn die Queen Trauer trägt

Viktorianischer Kreuz-Anhänger aus Whitby Jett, England um 1870

Im Dezember des Jahres 1862 starb mit nur 42 Jahren Albert, der Prinzgemahl Königin Viktorias an Typhus. Der Tod ihres über alles geliebten Gatten traf die Monarchin schwer. Viktoria verordnete eine zweijährige Staatstrauer und trug bis an ihr Lebensende (insgesamt noch erstaunliche 39 Jahre!) nur noch schwarze Trauerkleidung. Generell waren im 19. Jahrhundert die Trauerzeiten genau geregelt und die damit verbundenen Vorschriften für entsprechende Kleidung und Trauerschmuckstücke waren strikt: Aller farbiger Schmuck war während der Trauerzeit verboten und nur solcher in den Farben Schwarz, Silber und Weiß gestattet. In diese Zeit fällt das Entstehen der ersten englischen Jett-Schmuckstücke und der erstaunliche Aufschwung einer ganzen Trauerschmuck-Industrie, denn die vielen Kriege des englischen Empires machten das Tragen von Trauerschmuck mehr als nötig zur Notwendigkeit. Das bevorzugt verwendete Material Jett ist chemisch eine besonders dichte Kohle und lässt sich derart polieren, dass ein lackartiger Glanz entsteht. Das Material ist zudem relativ leicht und auf der Haut getragen angenehm warm. Der wichtigste Fundort von Jett fand sich in der Nähe des nordenglischen Whitby von wo aus das Material seinen Siegeszug um die Welt antrat. Ein solches Trauerschmuckstück aus Whitby-Jett ist der vorliegende Anhänger. Als typisches Trauerschmuckstück zeigt sich in Form großen Kreuzes. Das Lateinerkreuz besteht aus abgeflachten Balken und ist an ihrem Schnittpunkt verdickt. Eine Banderole und Kappe aus Gold setzten warme Akzente. Elegant glänzt das tiefe schwarze Kreuz und so kann es heute, losgelöst von Konvention und Vorschriften, auch ohne Traurigkeit als dekoratives Accessoire eingesetzt werden.

Jett oder „schwarzer Bernstein“ ist eine besondere Form versteinerter Kohle, die wegen ihres einzigartigen Glanzes und der leichten Schnitzbarkeit schon in vorgeschichtlicher Zeit als Schmuck benutzt wurde. Bereits die Römer stellten Schmuck und Amulette aus Gagat her; ab dem Mittelalter fertigte man in Europa daraus Trauerschmuck und Rosenkränze. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Jett-Mode, verwendete man Jett vor allem für Schmuckstücke. Wegen seiner geringen Schwere bot das Material die Möglichkeit, auch große Schmuckstücke daraus herzustellen, wie es der damaligen Mode entsprach. Das Hauptvorkommen eines besonders hochwertigen Jetts lag zu dieser Zeit an der englischen Nordküste nahe dem Fischerdorf Whitby. Von hier aus traten Kreuze und Rosenkränze aus Jett ihren Weg nach ganz Europa an. Durch die Weltausstellung von 1851 in London wurden Schnitzarbeiten aus Jett dann weltweit bekannt und nachdem Königin Viktoria nach dem Tod des Prinzgemahls 1861 das Tragen von Schmuck (mit Ausnahme von Jet) am englischen Hof verboten hatte, galt Jett lange Zeit als Trauerschmuck. Problematisch wurde die Situation gegen Ende des Jahrhunderts, als die natürlichen Jett-Vorkommen der großen Nachfrage nicht mehr gerecht werden konnten und Ersatz gefunden werden musste: Vulcanite, ein schwarzes Hartgummi diente besonders in England daher als Alternative zu Jett: Ebenso schwarz, glänzend und gut zu Schnitzen, erfreute es sich großer Beliebtheit. Auch schwarzes Glas - fortan „French Jett“ genannt, eroberten den Schmuckmarkt im Sturm.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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