Zirkon ist nicht Zirkonia

Vintage Zirkon Ring aus hochkarätigem Weißgold, London 1985

Der Zirkon ist ein in Deutschland zu Unrecht kaum bekannter, natürlicher Edelstein. Nichts hat er mit dem preiswerten Diamantersatz „Zirkonia“ gemein, der im Labor hergestellt wird und einen billigen Diamantersatz darstellt. Echte Zirkone sind kostbare Edelsteine, die in vielen schönen Farben vorkommen können, wobei besonders die blauen Exemplare seit der Epoche des Art Déco besonders geschätzt werden – damals war der Zirkon ein wahrer Modestein! Diese mittelblauen Zirkone nennt man „Starlit“ und sie entstehen, indem man dunkelbraune Rohzirkone, die im Fundzustand beinahe aussehen wie simple Steinkohle, bei Temperaturen um die 800 bis 1000 Grad Celsius brennt – mit etwas Glück entsteht das unverwechselbare Blau, das zu den begehrtesten Farben im Spektrum der Zirkone zählt. Ein sehr schöner, mittelblauer Zirkon mit etwa 8,5 Millimetern Durchmesser ist der Mittelpunkt des hier vorliegenden Ringes, der laut Stempelung im Ringinneren im Jahr 1985 in London entstanden ist. Der Ring aus hochkarätigem Weißgold hält den Stein in einer luftigen Krappenfassung - so kann das Licht von allen Seiten bis zu den Facetten durchdringen und seine seltene petrolblaue Farbe betonen. Wir haben das Schmuckstück in der Stadt seiner Entstehung entdeckt.

Schon im Altertum war der Zirkon als Edelstein bekannt und wurde an einigen der weltweit ältesten archäologischen Ausgrabungsstätten gefunden. Er taucht in verschiedenen alten Schriften auf, darunter in der Bibel und einem Hindu-Gedicht über den mythischen Kalpa-Baum, der mit Blättern aus Zirkon geschmückt gewesen sein soll. Einige Quellen erwähnen eine jüdische Legende, in der ein Engel namens „Zirkon“ vorkommt, der im Garten Eden über Adam und Eva wachen sollte. Unter seinem alten Namen „Hyazinth“ findet der Zirkon mehrfach in der Bibel Erwähnung, zuerst als einer der „feurigen Steine“ (Hesekiel 28, 13-16), die Moses überreicht und in den Brustschild Aarons eingesetzt werden (2. Mose 28, 15-30), und dann als einer der zwölf Edelsteine, die die Grundsteine der Stadtmauer des Himmlischen Jerusalem schmücken werden (Offenbarung 21, 19-20). Andreas, Bischof von Caesarea, war Ende des 10. Jh. einer der ersten Kirchenschriftsteller, die die zwölf Edelsteine des Himmlischen Jerusalem mit den Aposteln in Verbindung brachten: Den Hyazinth (Zirkon) wies er dem Apostel Simon zu.

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