Meister Lampe

Witzige Novelty Nadel mit Diamanten in Silber & Gold, England um 1900

Meister Lampe, Petz der Bär, Reinecke Fuchs: In der Welt der Fabeln tragen die Tiere menschliche Namen. Im Fall des Hasen wohl abgeleitet von dem weißen Fleck an seinem Hinterteil, der „Lampe“, die beim Hakenschlagen immer wieder aufleuchtet (und wieder verschwindet) und so hilft, seine Verfolger zu verwirren. Die hier vorliegende Brosche zeigt einen Hasen im gestreckten Sprung, wie der Wind durch das Gelände springend. Sein Fell aus Silber und Diamanten funkelt im Licht, sein Auge aus einem kleinen Rubin funkelt rot. Rückseitig ist die Arbeit aus Gold hergestellt, damit an den Kleidern nichts verfärbt. Die Brosche ist in den Jahren um 1900 entstanden. Hasen, Pferde, Katzen und Hunde waren in jenen Jahren beliebte Motive. Wir bilden hierzu eine Seite aus dem Katalog der Goldsmiths & Silversmiths Company, London, aus dem Jahr 1901 ab, reproduziert bei Peter Hinks (Hrsg.): Viktorianischer Schmuck, Hildesheim/Zürich/New York 1996, z.B. S. 59. Hier ist der Gegenspieler des Hasen, der Fuchs, in immer neuen Variationen als Schmuckmotiv zu sehen. Das edle Tier kam aus London zu uns, wo es vermutlich auch entstanden ist.

Im späten 19. Jahrhundert entstand eine neue, nie zuvor gesehene Art von Schmuckstücken: Sogenannte „Novelty Jewellery“ sorgte durch neue, überraschende und bis dato undenkbare Formen und Materialzusammenstellungen für Furore: So ließen sich mit einem Mal Vögelchen auf Schaukeln nieder und wurden zu Ohrgehängen. Viele Gegenstände des täglichen Lebens fanden ihren Weg an das Revers der Damen und Herren, wie Tennis- und Golfsschläger sowie Briefmarken, doch auch die technische Welt fand in dieser Mode ihren Niederschlag. Maschinen, Automobile en miniature und auch das neuartige Telefon bildeten überraschende Blickpunkte. Sinn und Zweck dieser Stücke war es, in Gesellschaft für Anknüpfungspunkte zum Gespräch zu sorgen. Bei Geburtstagsfeiern konnte eine Brosche mit dem Geburtsjahr der oder des Gefeierten eine sympathische Geste sein, bei gemeinsamen Ausflügen zur Jagd eine Fuchsbrosche dem Rahmen entsprechend die Garderobe ergänzen. Sogar durch Batterien aus den Augen leuchtende Totenschädel wurden angeboten, um bei einer Dinnerparty einen makabren, aber doch heiteren Akzent zu setzen. Dabei handelte es sich bei den Schmuckstücken nicht ausschließlich um Modeschmuck. Viele Stücke waren natürlich für den einmaligen Gebrauch konzipiert und aus preiswerten Materialien hergestellt. Die immer weiter fortgeschrittene Industrialisierung auch im Schmuckbereich erlaubte mit einem mal die massenweise Herstellung von vergoldeten und auch nur goldfarbenen Broschen und Anhängern. Doch auch namhafte Goldschmiede schufen kleine Novelty-Stücke aus kostbaren Metallen, besetzt mit edlen Steinen: Denn die Mode des Kuriosen, Überraschenden und Heiteren lebte in allen Schichten der Gesellschaft: Tatsächlich nahm die königliche Familie in Großbritannien hier sogar eine Vorreiterrolle ein - und setzte mit ihrem Juwelengebrauch den Maßstab, an dem sich ihre Untertanen dann messen lassen wollten. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahren Sie bei Charlotte Gere / Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London 2010, S. 190-247.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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