Prachtvolles Biedermeier

Wohlerhaltene Demi-Paure aus Schaumgold, um 1845

In den vorangegangen Jahrhunderten waren Schmuckstücke viel häufiger sehr genau aufeinander abgestimmt als das heute oft der Fall ist. Sie bildeten dabei eine sog. Parure, deren Einzelteile in Entwurf und Materialwahl aufeinander aufbauen und die sich formal ergänzen. Paruren kamen schon während des 17. Jahrhunderts in Europa auf und waren wichtige Statussymbole der Dame von Stand. Eine Demi-Parure, also eine halbe Parure, bestehend aus einem Collier mit einem passenden Paar Ohrringen sehen wir hier vor uns. Das Schmuckset der Jahr um 1845 ist in zeittypischer Schaumgoldtechnik ausgeführt. Gold war noch lange nach den Napoleonischen Kriegen knapp und entsprechend teuer. Doch war der Bedarf nach auffallenden Schmuckstücken groß, was den Einfallsreichtum der Schmuckhersteller anregte: Hauchdünnes Goldblech wurde über Stahlmodel in voluminöse Formen geschlagen und der Schmuck hohl gearbeitet. Die beim Tragen sichtbaren Teile wurden in der Regel aus Gold hergestellt, die rückseitigen oftmals aus preiswerterem Silber. So entstanden Preziosen, die möglichst wenig teures Edelmetall verbrauchten und trotzdem eindrucksvoll und prachtvoll aussahen. Das vorliegende Set besteht indes nicht nur vorderseitig, sondern auch rückseitig aus Gold und ist doch – ganz typisch für die Zeit – ganz leicht ausgeführt. Elegante Schwünge, die an die Ornamentik des Rokoko erinnern, zeugen sich hier in besonders plastischen, konvexen und konkaven Formen. Voluminös und im schönstem Gelbgold schimmern die aufwändigen Arbeiten im einfallenden Licht. Als Blickpunkt des zentralen Collieranhängers sowie der Ohrringe fungieren feingearbeitete, ausgesprochen naturalistsiche Blütenmotive mit fein zieselierter Oberfläche. Fast erscheint es wie ein kleines Wunder, dass die Schmuckstücke die Zeitläufte tragbar überstanden haben – doch lassen sich Collier und Ohrringe auch heute noch zu besonderen Gelegenheiten unbesorgt tragen.

Das Biedermeier, die Epoche nach dem Wiener Kongress, mit der starken Konzentration auf das Familiäre, das Häusliche, hat eine große Vielfalt an Schmuckentwürfen hervorgebracht. Schmuckstücke aus Schaumgold waren beliebte Geschenke und Unterpfand der zwischenmenschlichen Zuneigung der Zeit. In einer Zeit in der Gold sehr teuer war, sind in dieser heute vergessenen Technik gefertigten Schmuckstücke immer aus einem Goldblech getrieben und mit einem Harz gefüllt um das recht dünnen Gold stabil zu halten und so große und eindrucksvolle Schmuckstücke aus möglichst wenig Gold herstellen zu können.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.