In vino veritas

Wunderbare Nürnberger „Träubleskette“ aus 13-Lot Silber, um 1820

Im späten 18. Jahrhundert kam es zu einer großen Blütezeit im Bereich des bürgerlichen Schmucks. Mit dem Erstarken der bürgerlichen Schichten besonders im Süddeutschen wurden Schmuckstücke entwickelt, die oftmals Formen von adligen, aus Gold und Edelsteinen gearbeiteten Juwelen aufnahmen und in Silber überführten. Diese Stücke sind jedoch nicht weniger kunstfertig gearbeitet als die höfischen Vorbilder und stellen heute besondere Schätze dar, die man in den Museen für Kunstgewerbe bewundern kann. An Ihnen ist ein Bürgerstolz abzulesen, wie er eindrucksvoller kaum sein kann. So hat man bei der Betrachtung der hier vorliegenden Kropfkette der Jahre um 1820 sofort die schöne Nürnbergerin vor sich, die das Schmuckstück vermutlich zu ihrer Sonntagstracht getragen hat. Denn das Schmuckstück stammt zweifelsfrei aus Nürnberg, wie die Form des Colliers selbst belegt. Es handelt sich um eine sog. „Nürnberger Träubleskette“. Charakteristisch ist die trapezförmige Schließe, die linear-ornamentales Silberfiligran vor spiegelndem Hintergrund zeigt. Aufgelegte Kugelelemente kontrastieren mit ihrer geschlossenen, reflektierenden Form und wirken beinahe wie Edelsteine. Besonders schön und typisch für diesen Typus der Nürnberger Kropfkette ist das Gehänge, das an der Zierschließe beweglich befestigt ist, die einen leicht vergoldeten Grund zeigt. Das Gehänge präsentiert eine namensgebende Traube unter einer großen Schleife, ebenfalls aus feinem Silberfiligran geschmiedet. Sie finden ein Vergleichsstück im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Volkskundliche Sammlungen, Inventar-Nr. Kling 1486, vgl. die Abbildung im Bildindex der Universität Marburg, die Besprechung einer vergleichbaren Kette in der Fernsehsendung Kunst und Krempel des Bayerischen Rundfunks, sowie die gedruckte Literatur: Gislind Ritz: Alter bäuerlicher Schmuck, München 1978, Abb. 140.

Nach der Abschaffung der rigorosen Kleiderordnungen, die seit dem Mittelalter der ländlichen Bevölkerung das Tragen von bunten Kleidungsstücken und Metallschmuck verboten hatten, konnten sich ab Ende des 18. Jahrhunderts immer farbigere und variantenreichere Schmuckformen entwickeln. Besonders regional äußerte sich dies in einer Fülle von Trachten, die seither das Bild festlich gekleideter Menschen vor allem in Oberbayern und Schwaben aber auch anderen Regionen bestimmen. Dazu gehören für die Frauen Florschließen und Kropfketten, Miedergeschnüre mit Anhängern und kostbar verzierten Geschnürstiften, Ohr- und Fingerringe, Haubennadeln und Haarpfeile und für die Männer Fingerringe, Uhrketten mit vielfältigen Anhängern sowie silberne Münzknöpfe.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.