Ein Altschliff zum Träumen

Wunderbarer Diamantsolitär mit 2,90 ct im Altschliff in Gold, um 1890/2000

Heutzutage werden Diamanten oft vollautomatisiert geschliffen, mit dem Computer gescannt und ihr ideales Schliffbild berechnet. Immer weiter wird dabei der Schliff perfektioniert, damit am Ende stets dasselbe, immer gleiche Produkt der Edelsteinindustrie entsteht. Denn ein Brillant soll so aussehen wie der andere. Diamanten, die vor mehr als 100 Jahren geschliffen wurden, zeichnen sich hingegen durch ihre Individualität aus. In einer Zeit, in der noch jede Facette von Hand angelegt wurde und der Rohdiamant genau angesehen wurde um das Schönste aus ihm herauszuarbeiten, war die Bandbreite der so entstandenen Diamantformen weit größer als heute. Der hier vorliegende, wundervolle Diamantsolitär zeigt dies eindrücklich. Denn er ist facettiert wie ein moderner Brillant, sondern zeigt sich in einem meisterlichen Altschliff, der ihm Charakter gibt und unverwechselbar macht. Der Schleifer, der den Stein vermutlich bereit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in seinen Händen hielt, wollte möglichst viel von der Substanz des Diamanten erhalten und dem Rohstein seine ganz eigene Individualität entlocken. Der Diamant wird von luftigen Krappenfassung gehalten, die vor etwa 20 Jahren zum dem antiken Stein geschmiedet wurde; sie besteht aus hochkarätigem Gold. In sechs zuückhaltende Krappen gefasst, kann der Diamant sein eindrucksvolles Feuer optimal entfalten. Besonders schön lässt hier die zentrale Tafel des Diamanten seine rückseitigen Facetten erkennen und zeigt je nach Lichteinfall wechselnde Lichtreflexe. Der Stein hat ein substanzielles Gewicht von 2,90 Karat und zeigt ein wundervoll warmes, leicht warm getönt Licht, das sich stark vom deutlich härteren Glanz moderner Steine unterscheidet. Seine Reinheit wurde mit „vs“ zertifiziert, er zeigt also keine mit dem Auge sichtbaren Einschlüsse. Der Ring kam aus Amsterdam zu uns und ist ein wunderbares Schmuckstück, das geprägt ist schon schlichtem Understatement und warm funkelnder Brillanz.

In der Antike wurden Diamanten vor allem für ihre unvergleichliche Härte geschätzt. Als Symbole unbesiegbarer Stärke war ihre Schönheit bestenfalls zweitrangig. Tatsächlich erscheinen die frühen Diamanten dem modernen Auge überhaupt nicht attraktiv. Mittelalterliche Schlifftechniken erlaubten ebenfalls keine spektakulären Lichtreflexe und die verbreiteten Tafelschliffe brachten nur Helligkeit und Farbe der Steine zur Geltung. All das änderte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts. Der Adel des Barock entwickelte eine Vorliebe für glitzernde Edelsteine. Besonders populär waren Diamanten im Rosenschliff, deren vielfältige Facetten das Kerzenlicht wunderbar reflektieren. In der Mitte des Jahrhunderts entwickelte sich ein erster, früher Brillantschliff, der nach dem einflussreichen Kardinal Jules Mazarin als Mazarinschliff bezeichnet wird und sich durch eine Krone mit 17 Facetten auszeichnet. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts wurden diese Diamanten dann durch eine neue Form abgelöst, der nach seinem Erfinder als Peruzzi-Schliff benannt ist. Vincenzo Peruzzi war ein Edelsteinschleifer aus Venedig, der die Krone der Diamanten um zusätzliche Facetten auf insgesamt 33 erhöhte und so das Feuer der Steine enorm steigerte. Diese frühen Brillanten waren jedoch, was Anzahl und Form der Facetten angeht, nicht standardisiert. Jeder Stein wurde so geschliffen, dass möglichst viel Substanz erhalten bleiben konnte. Neue Diamantvorkommen in Brasilien führten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dann zu einer Schliffform, die als Old Mine Cut bekannt wurde. Diese Diamanten ähneln bereits sehr unseren heutigen Vollschliff Brillanten, doch sollten noch einige Generationen stetiger Verbesserung der Schlifftechnik nötig sein, bis aus dem Old Mine Cut zunächst der Altschliff (oder Old European Cut), und schließlich in den 1940er Jahren der moderne Vollschliff wurde.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch einmal nicht zufrieden sein, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf und wir finden umgehend eine gemeinsame Lösung. Unabhängig davon können Sie innerhalb von 30 Tagen jeden Artikel zurückgeben und wir erstatten Ihnen den vollen Kaufpreis.


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