Des Meeres reiche Gabe

Wundervolle Brosche aus geschnitzter Koralle, Italien um 1850

Schmuck aus Koralle hat eine jahrhundertealte Tradition. Schon die alten Römer schmückten sich mit kunstvoll geschnitzten Stücken aus der tiefroten Mittelmeerkoralle, die vor der Küste vor Neapel in reichen Mengen geerntet werden konnte. Kein Wunder, dass gerade hier, in der Bucht zu Füßen des Vesuvs, eine spezialisierte Handwerkstradition entstand, deren Meister diesen Schatz des Meeres bis heute in kunstvolle Kreationen verwandeln. Eine wahre Blüte erlebte die Korallenverarbeitung im 19. Jahrhundert. Die immer zahlreicheren Reisenden aus ganz Europa besuchten Neapel, Capri und die Amalfiküste. Schmuck aus Koralle war ein beliebtes Souvenir. Doch auch in London, Paris und Berlin wurde diese schöne Gabe des Meeres von den Juwelieren gehandelt und importiert. 1851 etwa erregte der Stand des Juweliers Robert Phillips auf der Weltausstellung in London großes Aufsehen mit einer spektakulären großen Auswahl italienischer Koralle, die nur wenig später vom heutigen Victoria & Albert Museum übernommen wurde. Die hier vorliegende, ungewöhnliche Arbeit aus lachsroter Mittelmeerkoralle ist zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Ein Rahmen aus vergoldetem Silber hält, von vorn beinahe unsichtbar, fünf einzeln geschnitzte Korallen, die zusammen ein großes Ganzes bilden. Vier geschwungene Korallenstücke bilden einen fein reliefierten und floral ausgearbeiteten Rahmen für den Kopf einer weinlaubgeschmückten Bacchantin. Bacchantinnen, berühmt in der griechischen und römischen Antike, waren die Anhängerinnen des griechischen Weingottes Dionysos. Wir erkennen sie leicht an den Weinblättern im Haar. Das Bild des Bacchanten in der abendländischen Kunstgeschichte ist stark durch die Form geprägt, die der im Ursprung griechische Kult des Dyonisos bei den Römern annahm. Die römischen Bacchanalien waren ursprünglich wohl Frühlingsfeste, die sich im Laufe der Jahrhunderte zu immer exzessiveren Gelagen entwickelten, begleitet von Tänzen und Orgien. In späteren Jahrhunderten wurden Bacchanten daher zum Synonym für lebenslustige Menschen, speziell jedoch für Liebhaber von gutem Wein. Vgl. zur Datierung unserer Brosche und zur Geschichte des Korallenschmucks im 19. Jahrhundert u.a. David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 107, sowie Charlotte Gere/Judy Rudoe: Jewellery in the Age of Queen Victoria, London: British Museum Press 2010, S. 240-243.

Echte italienische Mittelmeerkorallen begeistern bis heute durch ihr wundervoll reiches Farbspiel mit ausgesprochenem Variantenreichtum. Über das cremige Weiß der adriatischen Koralle über das zarte Rosa der Engelshautkoralle oder Pelle d'Angelo über schöne helle und dunkle lachsrote Farbtöne bis hin zur kräftig dunkelroten Farbe die als Ochsenblut oder Moro-Koralle bekannt ist, zeichnet sich dieses wunderbare Naturmaterial durch die schönsten Farben der Natur aus, die das Meer hervorbringen kann. Seit Jahrhunderten fester Bestandteil fürstlicher und später auch bürgerlicher Kunstkammern erfreute sich Korallenschmuck, vor allem aus der Region um die Bucht von Neapel, besonders im 19. Jahrhundert nie vorher erfahrener Popularität. Die heute unter strengem Naturschutz stehenden Bestände mancher Korallenarten sowie die in den letzten Jahren sprunghaft angestiegene Nachfrage an natürlichen Korallen, machen Korallenschmuck heute mehr denn je zu einer begehrten Kostbarkeit. Experten sprechen heute, was die Wertigkeit von Mittelmeerkorallen angeht schon vom "Diamanten der Zukunft". Auf den Markt kommen heute nur noch antike Stücke oder Korallen aus altem Lagerbestand - die Menge ist somit begrenzt und endlich. So kann der Wert von Korallen nur steigen!

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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