Kostbare Finesse

Wundervolles Amethyst Collier aus Gold in Cannetille-Technik, England 1820er Jahre

Wenn sich das leuchtende Violett des Amethysts mit dem warmen Glanz des Goldes mischt, dann entsteht ein Eindruck so bezaubernd schön, dass kaum jemand zu widerstehen vermag. Kein Wunder also, dass sich Amethyst und Gold-Schmuck durch alle Jahrhunderte hindurch großer Beliebtheit erfreute. In welchen Formen und in welcher Technik indes die Schmuckstücke gefertigt wurden, dies diktierten stets die sich ändernden Moden. Am Beginn des 19. Jahrhunderts etwa veränderten sich die Vorlieben im Bereich des Schmuckes dramatisch. Bislang, im Zeitalter des Klassizismus, waren große Edelsteine stets in zarte Fassungen aus Gold oder Silber gesetzt worden. Das Hauptaugenmerk lag auf den Steinen, die Fassungen sollten sich dem gegenüber ganz zurücknehmen. Selbst die feinen Blätter und Ranken aus Metall, die noch im Rokoko den Schmuckstücken naturalistische Formen verliehen hatten, waren zuletzt verschwunden. Mit dem neuen Jahrhundert aber kehrte sich das Verhältnis um. Eine neue Technik, das Cannetille, diente dazu, aus feinstem Golddraht voluminöse Zierornamente zu gestalten. Leicht und doch raumgreifend, besetzten diese sehr plastischen Goldarbeiten zusehends den Raum zwischen den Farbsteinen und vergrößerten die Schmuckstücke. Wie gestrickt oder wie feine Spitze wirken die nunmehr entstandenen Objekte. Sie sind stets aus Gelbgold gefertigt und reich mit stark farbigen Edelsteinen besetzt. Das hier vorliegende Collier der 1820er Jahre ist ein wunderbares Beispiel für diesen Stil. Warm leuchtet das Gelbgold, in dem große, zart violette Amethyste gefasst sind. Das Collier verfügt über ein großes Mittelteil, der an eine aus dreifachen Ringen gebildete Kette gesetzt ist. Das große Amethyst-Pendel, welches das Collier ziert, kann abgenommen werden. Wir haben das Collier der 1820er Jahre in der passend gearbeiteten, antiken Box des Juweliers James Usher & Son aus Lincoln erwerben können, bei welchem es einige Jahrzehnte nach seiner Entstehung weiterverkauft wurde. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich das Stück bis heute in so gutem Zustand befindet. Denn auch wenn Arbeiten aus Cannetille überraschend robust sind, grenzt es doch an ein kleines Wunder, wenn sich die vielen kleinen Schwünge, Wirbel und Ornamente vollständig erhalten haben. Zu oft wurden in der Vergangenheit zudem Schmuckstücke etwa im Erbfall außeinander gerissen oder gingen einzelne Teile verloren. Hier jedoch liegen alle Teile des Colliers vor und laden uns ein, mit ihrem Glanz in die ersten Jahre des vorletzten Jahrhunderts einzutauchen.

Schmuckstücke mit Cannetille waren besonders in der Dekade von 1820 bis 1830 populär. Cannetille ist dem Filigran verwandt und besteht üblicherweise aus fein gehämmerten Blechen und Golddrähten. Die verwendeten Formen bestehen hauptsächlich aus Ranken, Spiralen und bienenkorbartigen Elementen, die wie zarte Spitze wirken und häufig mit feinen Granulaten verziert sind. Typisch ist auch die Verwendung von farbenfrohen Edelsteinen wie Aquamarin, Topas oder Chrysoberyll, in Mitteleuropa darüber hinaus auch böhmische Granate, Türkis und Opal. Die Steine wurden zum überwiegenden Teil in geschlossene Fassungen gesetzt und mit einem Folienhintergrund versehen, der ihren Farbton vereinheitlichte. Der Aufstieg des Cannetille fällt in die Zeit der Goldknappheit am Anfang des 19. Jahrhundert, als große Schmuckstücke in Mode waren das Gold aber teuer. Cannetille Schmuck wirkt beeindruckend, verwendet aber nur wenig von dem kostbaren Edelmetall. Zwar war die Technik unendlich zeitaufwendig und wäre heute kaum mehr zu bezahlen. Doch da Arbeitskraft relativ preiswert war, konnten diese bewundernswerten Schmuckstücke gleichwohl entstehen. Vgl. mit zahlreichen Beispielen Ginny Reddington Dawes / Olivia Collings: Georgian Jewellery 1714-1830, Woodbridge 2007, S. 113–116 und David Bennet und Daniela Mascetti: Understanding Jewellery, Woodbridge 2010, S. 82, S. 85 usw.

Wir möchten, dass Sie zu 100% zufrieden sind! Daher begutachten, beschreiben und fotografieren wir alle unsere Schmuckstücke mit größter Sorgfalt.

Bei unseren Bewertungen des antiken Schmucks können Sie sich auf unsere jahrelange Erfahrung im Handel sowie unsere Expertise als studierte Kunsthistoriker verlassen. Als Mitglied in verschiedenen Händlerorganisationen sowie der britischen Society of Jewellery Historians haben wir uns hier zu größter Exaktheit verpflichtet. In unseren Beschreibungen weisen wir stets auch auf etwaige Altersspuren und Defekte hin, die wir auch in unseren Fotos nicht verbergen - damit Sie, wenn unser Paket zu Ihnen kommt, keine unangenehmen Überraschungen erleben müssen.

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