Costumi pittoreschi

Wundervolles Mikromosaik-Collier nach Pinelli gefasst in Gold, Rom um 1820

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren Reisen in entfernte Länder noch ein Privileg, das nur Wenige sich leisten konnten. Das klassisches Reiseziel war vor allem Italien, das im Zuge der sogenannten Grand Tour von den Pässen der Alpen bis in den tiefen Süden hinein bereist wurde. Höhepunkt dieser Bildungs-Tour war stets ein Besuch der Stadt Rom. Deren zahlreiche Sehenswürdigkeiten, in feine Mikromosaike gesetzt, waren beliebte Mitbringsel in die Heimat. Zum Aufenthalt in der Stadt gehörten jedoch auch obligatorische Ausflüge in das Umland der Ewigen Stadt, die berühmte Campagna Romana, von deren Schönheit schon Goethe schwärmte. Die Landschaft zwischen Apennin und Mittelmeer war reich an Kunstdenkmälern und Naturschönheiten – jedoch auch bekannt für ihre kleinen, malerischen Ortschaften, deren Bewohner ein einfaches aber scheinbar glückliches Leben führten, um das sie die Reisenden aus dem Norden beneideten. Wir kennen Szenen wie diese aus zahlreichen Skizzen, Drucken und Gemälden, welche für die internationalen Reisenden entstanden. Ein berühmter Künstler der Zeit, Bartomoleo Pinelli (1781-1835), etwa war spezialisiert auf die Darstellung des vermeintlich einfachen Volkes. Er schuf eine ganze Druckserie mit „Costumi pittoreschi“, also Genreszenen der Landbevölkerung in ihrer Lokaltracht, doch auch Kleinskulpturen und Zeichnungen mit diesem Sujet. Seine Werke wie das hier abgebildete Blatt einer ländlichen Feier aus dem Jahr 1809 waren außerordentlich beliebte Souvenirs. Ein fröhlicher Reigen vermeintlich glücklicher Landbewohner ziert auch das vorliegende Collier. Tatsächlich erscheinen der zentrale Schalmeispieler und sein Begleiter mit der Sackpfeife direkt auf das Vorbild von Pinellis Blatt zurückzugehen. Weiterhin sehen wir Bauersfrauen mit Blütenkörben und zwei Hirten. Die feinen Mikromosaike sind in ovale Flächen aus tief schwarzem Glas gesetzt. Gravierte Fassungen aus hochkarätigem Gold halten die Darstellungen. Von feinen Erbsketten aus Gold zusammengehalten, ergibt sich so ein ausgesprochen schönes Collier.

Der Ursprung der Kunst des Mikromosaiks liegt im Rom. Hier, genauer im Vatikan, bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt für Mosaike aus Glassteinen. Zunächst um die im Petersdom aufgestellten Altargemälde in dauerhafter Form gegen Kerzenruß, Feuchtigkeit und Dreck zu schützen, welche die vielen Pilger in die Kirche brachten. Später, nachdem diese Aufgabe dann abgeschlossen war, entstanden weiterhin Gemäldekopien sowie Landschaftsdarstellungen in Gemäldegröße. Die Idee, diese letztlich antike Technik auch für Schmuckstücke und zur Dekoration kunstgewerblicher Gegenstände zu nutzen, entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts. Im Rahmen der Grand Tour erreichten zahllose Reisende aus Nordeuropa die Stadt und erzeugten eine große Nachfrage nach Souvenirs. Nicht zuletzt um diesen Markt zu bedienen, entstand eine ganz neue Kunstform: Mikromosaike sind klein und transportabel und eigneten sich daher ganz besonders dazu, mit in die Heimat im Norden genommen zu werden. Da sie außerdem meist die Schönheiten Roms oder Motive aus der Antike zeigen, verwundert ihr Erfolg als Reiseerinnerung kaum. Die „Erfindung“ des Mikromosaiks verbindet sich vor allem mit Giacomo Raffaelli und Cesare Aguatti, welche um das Jahr 1775 herum diese Technik perfektionierten. Sie begründeten eine Tradition, aus der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mosaike mit einem derartigen Detailreichtum und Kunstfertigkeit entstanden, welche nie zuvor und auch nicht mehr danach erreicht wurde. Denn bis heute werden in Rom entsprechende Mosaike hergestellt, wenn auch in deutlich minderer Qualität. Vgl. zur Technik und Geschichte des Mikromosaiks die einschlägige Literatur: Maria Grazia Branchetti: Mosaici minuti romani, Rom 2004, mit vielen Arbeiten Giacomo Raffaellis, sowie Roberto Grieco/Arianna Gambino: Roman Mosaic. L'arte del micromosaico fra '700 e '800, Mailand 2001.

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